Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 430 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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430 Die Misdmah Dach der Zerstörung nicht mehr aufnahm. — Die letzten drei Traktate waren möglicherweise ursprünglich Teile eines einzigen Traktats über die Beschneidung, welche ebenfalls zu den Aufgaben der Weisen gehörte. f) Die T h 0 s s i f t h a. Von allen neben der Mischnah bestehenden Baraitha-Sammlungen ist uns nur eine erhalten, die Thossiftha. Sie ist in der Hauptsache alt, ihre Redaktion begann noch vor Abschluss der Mischnah, doch zog sich die Ent- Wickelung bis zum Ende der tannaitischen Zeit hin. Im Lehrhaus des Rabbi N’chemjah wurde eine Sammlung von ״Zusätzen“ vorgetragen, die in hohen Ehren stand, da sie aus Rabbi Akibas Schule hervorgegangen war. Hier gilt der Grundsatz: 93סתם תוספתא רבי נחמיה). Wir haben bereits erwähnt, dass mit dem Ansehen der Mischnah auch die Zahl der aussenstehenden Zusätze sich mehrte. Denn jetzt wagten die Gelehrten es nicht mehr, Zusätze in die Mischnah hineinzuarbeiten. Schon die Redaktion zur Zeit des Rabbi Akiba hatte naturgemäss viele Mischnajoth von der offiziellen Mischnah ausschliessen müssen, sodass zur Zeit seiner Schüler das Bedürfnis fühlbar wurde, Baraithoth zu sammeln, um die tannaitischen Kontroversen der Nachwelt zu überliefern. Der Abschluss Rabbis hatte wiederum viel Material ausgesondert und von der Mischna abgetrennt. In diesem Sinne haben Abschluss und Redaktion der Mischnah das Zunehmen der Baraithoth verursacht und hat die Mischnah die aussenstehenden Mischnajoth erzeugt. —Aus dem Lehrhaus Rabbi N’chemiahs ging die Thossiftha in andere Lehrhäuser über und wurde hier teils verändert, teils bereichert. Ein Gelehrtenkollegium hat sich nie mit ihr wie mit der Mischnah beschäftigt. Vor allein war auch nach dem Abschluss der Mischnah die Thossiftha eine freie Sammlung geblieben. Die übrigen Sammlungen der Gelehrten und vieles von der Arbeit der Halbtannaiten wurde in sie umgearbeitet. Die Thossiftha wurde anscheinend schliesslich auch im Lehrhaus Rabbi Chijas vorgetragen, er führte sie aus, erklärte und erweiterte sie, und als sein Lehrhaus zu besonderer Achtung gelangte, wurde die in ihm vorgetragene Baraitha-Sammlung hoch bewertet, man 93) Sanliedrin S6 a.