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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 426

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 426 (sequence 10)
Language
German
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426 Die Mischnah Die Mischnah. Von E. M. Lipschütz, Jerusalem. Uebersetzt von Arthur Rau, Berlin. (Schluss). 2. Die übrige tannaitische Literatur, a) Die kleinen Traktate und die C h 0 c h m a h ־ Ordnung. Die ältesten Fragmente finden sich wohl in den ״kleinen Traktaten״. So heissen einigeBaraitha-SammluDgen, die im Talmud zwischen die vierte und fünfte Ordnung eingefügt sind. Schon früher ist die Hypothese erwähnt worden, dass hier vielleicht einmal eine siebte Ordnung bestanden hat, die wir die Chochmah-Ordnung nennen könnten, und die Ililchoth Derech Erez enthielt, oder dass doch an dieser Steile in der Urmischnah die Hilchoth Derech Erez, wenn auch nicht als besondere Ordnung, eingestellt waren. Es ist bereits gesagt worden, dass der Begriff des Derech Erez die verschiedensten guten Eigenschaften, wie etwa die Selbstbeherrschung, umfasst und die Lebensart, von der abzuweichen die guten Sitten verbieten. Ebenso umfasst er das Benehmen der Gelehrten und alle das Leben der Gelehrten umschreibenden Halachoth. Ferner gibt es viele Gegenstände, die integrierende Bestandteile der Thorah bilden und zum täglichen Leben des Juden gehören, ohne dass sie in den sechs Ordnungen einen bestimmten Traktat besitzen (Zizith, T’fillin, M’susah, Ssefer Thorah, Trauer, Hochzeit und Derech Erez im engeren Sinne), wohl aber existieren kleine Traktate über diese Gegenstände in der Baraitha. Diese Halachoth waren anscheinend zur Zeit der Tannaiten Sondergut von Sachverständigen-Easten, die, von den Gelehrten gesondert, einen eigenen Stand in der Nation bildeten: Abschreiber, Kinderlehrer, Synagogendiener, Dolmetscher für die Vorlesung in der Thorah, Fachmänner für Purpurerzeugung (für Zizith), wohl auch die Ordner des Gebets in der Synagoge. All diese waren mit den Gelehrten des Senats nicht identisch, wir sehen aber, dass sie ein eigenes geistiges Leben mit Schriftauslegung, ״Massorah״ und Aggadah führten und die Mischnajoth bewahrten, die die Halachoth ihres Gebietes betrafen uud im Lehrhaus nicht vorgetragen wurden. Es lässt sich annehmen, dass all diese

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