Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 414 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Malbim 1× ep/1012783
- Rashi 1× ep/2781487
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414 Bücherbesprechungen. Bücherbesprechungen. Das Buch lob mit Uebersetzung und Erläuterung von David Davidowicz, Deutsche Bearbeitung der חדות מני קדם (Rätsel aus dem Morgenlande). I. Teil, Berlin 1919. C. A. Schwetschke u. Sohn V erlagsbuchhandlung. Es ist der Mangel der jüdischen Kommentare von alters her, dass sie ihre Quellen nicht angeben, sodass man nicht feststellen kann, wo der Verf. original ist. Man ist z. B. überrascht im vorliegenden Kommentar Hiob 6, 27 א ף על יתום תפילו statt der landläufigen von fast allen Kommentatoren gegebenen Erklärung: ״Ihr wäret im Stande auch über die Waise das Los zu werfen“ Die Uebersetzung zu lesen: ״Zorn häuft ihr auf den Verwaisten,“ bis man sie in Targum und Raschi wiederfindet. Ebenso 11,6 ״ ,כי כפלים לתושיהdass ein Doppelgesicht allem Bestehenden eigen“ bei Malbim. Die Beispiele Hessen sich häufen. Ein fernerer Mangel ist es, wenn in einem Kommentar aus unserer Zeit das semitische Sprachgebiet nicht berücksichtigt wird. Zumal in einem Buche, wie lob, das so viel Fremdsprachiges enthält. ~ Ferner vermisst man bei dem Vf. oft den Sinn für die Urgewalt der Poesie in diesem vielleicht ״poetischsten“ aller biblischen Bücher. Er ist ein Spätling aus der Schule der alten Maskilim und so mutet vieles bei ihm rationalistisch an. So erhabene Partieen wie 4,12—16: 19,28—26; Cap, 26, 28, 38—89 fallen in der Erklärung nüchtern aus. Uns scheint, der hat kein Empfinden für die Schauer, die durch die Verse 4, 12—16 rieseln, der jene matte Erklärung plausibel findet, wie sie Vf. im vorl. Kommentar gibt und darin nicht eine Offenbarung sieht, die eine Grundlehre der Theorie des Freunde Hiobs und übrigens auch objektiv richtig ist. Der Satz, dass vor Gott keiner gerecht dasteht, kann nicht wie alle anderen Lehren des Buches Hiobs aus Natur oder Geschichte abgeleitet werden, sondern muss aus einer Offenbarung stammen, darum auch der einzigen ״Offenbarung“, die im Buche vorkommt, eine Offenbarung, die demgemäss mit allem Geheimnisvollen und Wunderbaren eingeleitet wird. Auch hat man oft den Eindruck, dass der Vf. ohne Grund von den allgemein angenommenen Erklärungen, die sich bereits Bürgerrecht erworben haben, abgegangen ist. Endlich fehlt eine klare, scharfe Disposition für den Gang der einzelnen Reden. Diesen Mängeln stehen aber ausserordentliche Vorzüge gegenüber. Zuerst: Eine ganz neue Welt tut sich uns auf in der Auffassung des Gesamtverlaufs der Diskussion zwischen Hiob und seinen Freunden. Wir sind zwar nicht völlig klar, wie sich der Zusammenhang des Ganzen dem Geiste des Vfs. darstellt, da er uns hierfür auf den zweiten Teil vertröstet. Aber soviel schimmert schon durch, dass er fast überall eigene Wege geht. Hiob wird nicht erst, wie sonst angenommen wird,