Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 411 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Israel Friedländer b"u 411 noch eine Nacht bis zu seiner Weiterreise von Berlin nach Kussland mit ihm zusammen zu sein und uns dessen — damals voll frohen Stolzes, jetzt in der Erinnerung voller Wehmut bewusst zu werden, dass er in seinen unübertroffenen Charakterzügen der Alte geblieben. Furchtbar trifft das tragische Geschick die Gattin und seine sechs unmündigen Kinder. Aber wenn wir davon absehen, dass er seiner Familie und der Gesamtheit viel zu früh entrissen wurde — was hätte er allein für eine Bedeutung für den Ausgleich zwischen den Arabern und Juden gewinnen können, — so hat sein Tod etwas von einem Symbol an sich und darum Vorsöhnendes. Sein Auszug aus Russland war, wie er uns oft erzählt hat, von dem Streben getragen, seinen Brüdern im Osten dereinst ein Helfer zu werden. Auf russischem Boden hat er geendet, als Helfer, mit seinem Blute besiegelt das Gelöbnis, das er dereinst getan. Er hat einen für einen Gelehrten ungewöbnlichen Tod gefunden, von der Kugel eines Banditen gefällt Für einen Gelehrten, aber nicht für einen jüdischen Gelehrten, unter denen wir so viele Märtyrer zählen. Auch er ein Märtyrer, denn er hat um seiner Brüder willen sich in Todesgefahr begeben, noch zuletzt von seinen Freunden gewarnt. Nun ruht er von seiner Arbeit, in der er nie restlos glücklich gewesen. Denn er hatte etwas von der Edelnatur des Faust an sich, von dem ruhelos Strebenden, er mass das Erreichte an dem idealen Ziel und fand es zu klein. Das war ein Irrtum, Israel Friedländer! Deine Demut allein sah die Früchte deines Wirken3 so klein. Du hast uns Grosses gelehrt durch dein Leben, durch deinen Tod noch Grösseres. תנצב״׳ה! Bemerkungen zu Wohlgemuths ״Die göttliche Gerechtigkeit״ von Dr. Oskar Wolfsbersr. Berlin. Das Problem, das der Herausgeber dieser Zeitschrift in oben genanntem Aufsatz (Jeschurun VII, 110—126) behandelt bat, ist nicht zu erschöpfen, insbesondere nicht zu lösen. Das bat der verehrte Verfasser selbst hinreichend betont. Wenn ich dennoch das Wort zu dem Thema ergreife, so geschieht es, um seine vortrefflichen Ausführungen, die sich auf Hiob und