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Jeschurun · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 409

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 409 (sequence 81)
Language
German
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Professor Israel Friedländer ז״ל. 409 1B03 wurde er als Professor der jüdischen Exegese an das Jewish Theological Seminary berufen. Einer unserer ersten SemitisteD; den ich um sein Urteil ersuchte, schreibt mir unter anderem: ״Friedlänäers weitere wissenschaftliche Arbeit galt vor allem demselben Problem, mit dem sich schon seine Dissertation befasst batte, der grammatischen, lexikalischen und stilistischen Erforschung der Sprache des Maimonides. Im besonderen kam es ihm auch darauf an, festzusteilen, in wie weit der Stil des Maimonides von dem der muhammedanisehen Schriftsteller seiner Zeit ab weicht, in wie weit ihm eine jüdische Note eigen ist. Auch durch andere auf arabischen Quellenstudien beruhende Arbeiten zur Religionsgeschichte des Orients hat Friedländer sich bei seinen Fachgenossen einen verdienten Namen gemacht“. Wie aus persönlichen Mitteilungen mir bekannt, hatte er noch weit umfassende Pläne einer wissenschaftlichen Betätigung. Sie wurden gestört und gediehen vor allem seit Anbeginn des Weltkrieges nicht zur Vollendung, weil er jetzt seine ganze Kraft dem Dienste seines Volkes widmete. Denn das ist die zweite Seite seines Wesens, um derentwillen ihm ein besonderes Gedenken gebührt: neben der Menschenliebe die lodernde Liebe zu seinem Volke, die bis zur Selbstentäusserung gehende Hingabe an seine materielle und seine kulturelle Förderung. Schon vor dem Herzischen Zionismus wrar er einer der Vorkämpfer der ״Zionsliebe״. Und ein solcher, ein Vertreter jener alten Generation, die an der eigentlichen Politik mit allen ihren hässlichen Auswüchsen sich nicht beteiligt, ist er, trotz seiner ausserordentlichen Werbetätigkeit, die er in seinen Vorträgen und Auf- Sätzen für den Zionismus entfaltete, geblieben. Ein Mann, vor dessen lauterer Gesinnung, vor dessen von jedem Ehrgeiz und jeder Eitelkeit unbefleckten Hingabe an die Arbeit für die Zukunft unseres Volkes auch der Gegner sich beugte. Wie bei seinem Vorbild Achad Haam, dem er aber nicht in allen Ideen folgte, war e-3 die Persönlichkeit, die abgeklärte, hei aller Geschlossenheit und Festigkeit der Gesinnung niemals verletzende die ebenso sehr wirkte, wie die aus allen Quellen jüdischer und europäischer Bildung schöpfende, nach Form und Inhalt vollendete 6

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