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Jeschurun · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 370 (sequence 42)
Language
German
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370 Charakterbilder unserer Gese;zeslehrer bei ihnen ein Andenken sichert. — VIII, 10. Dieser Satz steht im Zusammenhang mit den vorhergehenden, in denen die Ge־ walttaten von Mensch gegen Mensch geschildert werden, wie auch mit den folgenden, die uns den Eindruck des oft so späten Eintrittes der göttlichen Strafe auf schwankende Gemüter schildert. Der Verfasser berichtet, dass er oft Frevler bemerkt hat, die nun in ihren Gräbern wohlbehütet liegen, in ihrem Tun bei Leb־ Zeiten sich ganz und gar von allem Heiligen und seinen wohltuenden Wirkungen ferngehalten haben, und doch war bald an ihrer Wohnstätte ihr schlechtes Walten vergessen, sodass bei der leicht irregeleiteten Nachwelt ihr Ende noch begehrens- und rühmenswert erscheint. I. G. hat also hier das K’re und K’tib וישתכחו und וישתכחו in seiner Erklärung zu vereinigen gesucht. — IX, 7—8. Nachdem im Vorhergehenden das oft vergebliche und den Körper aufreibende Bemühen geschildert wurde, wird in diesen Versen empfohlen, was sowohl den Genuss hienieden, wie auch die Hoffnung auf Lohn in der künftigen Welt gewährleistet. Die weltlichen Freuden bestehen gemäss dem Charakter des Buches als Mahnung zur Genügsamkeit in massigem Essen und Trinken, das allein die wahre Freude bietet, und in der Sorge für die Nachkommenschaft, was mit den Worten .ראה זדים עם אשד ausgedrückt ist; dann gelangt man auch zum rechtschaffenen Tun, das hier in den Worten בכל עת ירדו בגדיך לבדם angedeutet ist. Indem nun die Wendung בכל עת ebenso aufzufassen ist, wie שוב יום אחד לפד מיתתך, wird damit zur steten Beobachtung eines rechtschaffenen Wandels gemahnt, wodurch die würdige Vorhereitung zum עולם הבא erworben wird, und hierauf weisen die Worte כי כבר רצה אלדים את מעשיך hin. — X. 8 — 11. In diesen Versen wird auf verschiedene frevelhafte und nutzlose Unternehmungen hingewiesen. Das Graben einer Grube, in die man dann selbst stürzt, und das Einreissen altgeheiligter religiöser Einrichtungen, wie die Missachtung längst bestehender Grenzen erweisen sich als ebenso schlechte wie vergebliche Handlungen. Es ist, wie wenn man ohne Grund und Nutzen Steine von einem Ort zum andern wälzt, und sich dabei unnütze Schmerzen zuzieht, oder Holz grundlos spaltet und sich in Gefahr bringt.

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