Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 369 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Charakterbilder unserer G esetzeslehrer 369 so bemerkt er — ganz im Sinne des Judentums — fordert dies keinerlei völlige Enthaltung von irdischen Genüssen und dem Streben nach ihrem Erwerb, da sowohl die von Gott gewollte Weltordnung wie auch verstandesinässige Erwägung und das Gesetz dagegen sprechen, w^eil dies etwas Naturwidriges wäre. Die Bezeichnung קהלת, die in 12,5 noch mit dem Artikel versehen ist. wTeist auf die Sammlung von philosophisch durchdach־ ten Lebensregeln in diesem Buche, da alle Lebenslagen darin besprochen sind. I, 5. בל הדברים יגעים — Entsprechend seiner Grundauffassung des Werkes als Mahnung zum Masshalten erklärt I. G. diesen Vers so: alle weltlichen Genüsse sind an und für sich von einer gewissen Schlaffheit, da sie dem, der sich ihnen hingibt, keinerlei Beruhigung und Freude gewähren, auch wenn sie noch soviel davon sich zuführen; sie können in der Folge weder Auge noch Ohr befriedigen, während die Beschäftigung mit dem Wissen noch mehr die Sehnsucht danach steigert und Freude bereitet.— 11,14,החנם עיניו בראשו ist nach einigen Erklärern so aufzufassen : Der Kluge richtet sein Augenmerk auf das Nächstliegende, — indem ראש hier im Sinne vom Anfang zu nehmen ist; es ist dies der Gegensatz von dem in Prov. 17,24 Gesagten ועיני כסיל נקצה הארץ. — Recht eigenartig ist die Erklärung I. Gs\ zu IV, 13—!6, indem er die Worte כי מבית הסורים יצא למלך auf den מלך זקן וכסיל bezieht, der, mangels jeden Wissens und jeder Befähigung zum Regieren mit einem Mann zu vergleichen ist, der lange Zeit im Gefängnis war und keinerlei Beziehungen zu den Vorgängen des Lebens hat. Die Beobachtung habe aber den Verfasser gelehrt, dass alle diejenigen, die mit dem an Erfahrung und Wissen dem törichten Herrscher überlegenen, wenn auch im Range ihm nachstehenden ילד שני zusammenzugehen Gelegenheit hatten, dieses zu allen Zeiten verachten, weil es auf seinem ihm zugewiesenen Platz bleiben wr011e und nicht nach höherer weitlieber Stellung mit ihren Genüssen strebe. I. G. erklärt also אשי ייעמד תחתיו so wie עמדנו תחתנו I. Sam. 14, 9, תחתיה תעמד הבהרת Lev. 13, 23. — VII, 12 kann auch so erklärt werden: schön ist’s, wenn man sein Wissen gleichsam als Erbe der Nachwelt überantwortet, so dass es immer den Menschen bleibt und man sich