Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 357 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2292996-2293001--04370-2297652- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Mischnak 807 Zusammenhang mit den Ordnungen der Mischnah fehlte, oder weil sie eigentlich überhaupt nicht unter den Begriff der Mischnah fielen, z. B. wenn sie midraschischen oder aggadischen Inhalts waren oder mystische Mischnajoth, die nicht öffentlich vorgetragen werden durften. Die andere Klasse bilden die Baraithoth, die von vornherein nur Erläuterungen und Zusätze zu den Ordnungen der Mischnah enthielten. In gewisser Beziehung haben Redaktion und Abschluss der Mischnah die Baraitha erzeugt. Die Redaktion in Jabnek zwängte die Entwicklung in eine bestimmte Bahn und iiess viele Baraithoth draussen; diese galt es zu retten und zu sammeln. Viele Mischnajoth wurden nicht in der Mischnah redigiert, besonders blieben viele erläuternde Mischnajoth, die die Tannaiten beim Vortiag in die Mischnah einflochten, unberücksichtigt. Je mehr das Ansehen der Mischnah wuchs, und je seltener die Gelehrten es wagten, eigene Worte in die Mischnah einzuflechten, desto mehr bürgerte sich die Gewohnheit ein, aus den Aeusserungen und Erklärungen ״Zusätze״ zur Mischnah zu bilden. Schon im Lehrhaus Rabbi Akibas wurden Sammlungen von Zusätzen redigiert, zur Zeit seiner Schüler gab es ältere Sammlungen oder Fragmente, die die Tradenten in den Lehrhäusern vortrugen und als ״Traditionen der Schule Rabbi Eliesers Ben Jacob, Rabbi Jischmaels, Rabbi Simons“ zitiert wurden. Auch werden aus den Zusätzen und Baraithoth Aeusserungen der grossen Tannaiten erwähnt: z. B. ר׳ עקיבא דתוספתא, d. 11. seine in der Thossiftha enthaltene Mischnah und entsprechend ר פלוני דברייתא. In der Generation nach Rabbi Akiba erstarkte und verzweigte sich die Entwicklung der Mischnajoth und Baraithoth. Im Senat wurden die Baraitha-Sammlungen nicht gepflegt, sie unterlagen nicht der Abstimmung, und es stand im Belieben eines jeden Gelehrten, sie nach Gutdünken und seinem System entsprechend zu ordnen. Daher gab es eine unübersehbare und unentwirrbare Fülle von Varianten. Zitiert werden Sammlungen ״aus der Schule Rabbi Nathans, aus der Schule Rabbis״, und es gab sicher solche Sammlungen von vielen Gelehrten. Der Mischnah- Abschluss in Rabbis Zeit bedeutete andererseits wieder die