Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 355 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Mischnaii 855 Ende einer jahrhundertelangen Entwicklung dar und ist die Krone dir ganzen tannaitischen Literatur. Doch ist uns ausser der Mischnah glücklicher Weise noch mehr von dieser Literatur geblieben, sodass wir über ihr Verhältnis zu derselben urteilen können, und gerade dabei wird die ganze Grösse der Mischnah und der Tätigkeit Rabbis offenbar. Beim Tode Rabbis waren alle Grossen seiner Zeit noch am Leben. Von den Beisitzern des abschliessenden Senats befanden sich viele noch in der Blüte ihrer Jahre, denn eine ganze Generation stirbt nicht an einem Tage aus. Die Gelehrten konnten ihre Lehrmethode nicht an einem Tage ändern, nachdem die Miscbnah ihren Abschluss gefunden hatte, sie konnten nicht von gestern auf heute ihr innerstes Wesen umkehren, und in der Tat änderte sich bis zum Ausgang dieses Geschlechts nichts. Erst während der drei folgenden Generationen, die immer noch die Tannaitenzeit fortzusetzen suchten, schloss die übrige tannaitische Literatur ab, und zwar ohne dass ihr ein besonderer Redaktor erstand. ln der ersten Generation nach Rabbis Tod lebten noch Gelehrte, die ihn persönlich gekannt hatten. Rabbi hatte vor seinem Tode angeordnet, dass sein Sohn Gamaliel Nassi und sein Sohn Simon Cbacham werde, und dass Rabbi Chanina Ben Chama einen Sitz in der ersten Reihe des Senats erhalten solle. Die Genannten, sowie Rabbi Chija und Bar Kappara waren die Bedeutendsten dieser Zeit. Ein besonders hohes x4nsehen genoss Rabbi Chija. Die erwähnte, sowie die zwei folgenden Generationen heissen Halbtannaiten. Die zweite Generation der Halbtannaiten war sehr bedeutend, ihr Führer war der grosse Nassi Rabbi Jehuda II. Während seines Patriarchats trat zum letzten Male eine grosse Session, von 85״ Aeitesten“, zusammen, von der im Talmud viel gesprochen wird. Wichtige Halachoth, die erst nach dem Abschluss der Mischnah aktuell geworden waren, wurden von ihr erledigt. So erlaubte sie den Gebrauch von nichtjüdischem Oel, das eins der kurz vor der Zerstörung verbotenen 18״ Dinge“ gewesen war, ohne dass dies Verbot sich jedoch bei dem Volke hätte durchsetzen können; die Session