Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 352

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 352 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292996-2293001--04365-2297647
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

302 Die Mischnah stände vormals einen besonderen Traktat unter den Hilchoth Derech Erez, und als diese Ordnung aus der Mischnah gestrichen wurde, suchten und fanden sie einen andern Platz. Der Traktat B’rachoth ist an die Spitze der ganzen Mischnah gestellt — und zugleich an die Spitze der Ordnung S’raim — weil er ״mit der Anerkennung der Einheit Gottes und der Unterwerfung unter das Himmelreich und das Joch der Thora und Gebote beginnt. “ In der Urmischnah herrschte anscheinend eine schöne logische Reihenfolge der Gegenstände; und Spuren davon erkennen wir noch in der Mischnah. Doch häufig hat die Entwicklung Verwandtes getrennt und die Ordnung zerstört, daher suchen wir vergebens nach einer Begründung für die Reihenfolge der Traktäte. Auch bestand nicht zu allen Zeiten die gleiche Reihenfolge; so ist sie stellenweise im Talmud und der Thossiftha anders als in der Mischnah. Im allgemeinen lässt sich sagen, dass die grössten Traktate an den Anfang der Ordnungen gestellt sind und die kleinsten an den Schluss, vielleicht, weil die Schüler die grossen Traktate vor den kleinen lernen sollten. Die Traktate sind in * Abschnitte״ geteilt (פרקים). Auch die Abschnittseinteilung ist alt. Vielleicht war der Abschnitt ursprünglich etwa die Lektion, die man auf einmal lernte (שונה סרקו). In einer Anzahl von Traktaten stehen offenbar die ältesten Abschnitte am Anfang. Der Abschnitt wird nach seinen ersten Worten zitiert, bei gleichen Anfangsworten wird eine unterscheidende Bezeichnung (״der Grössere״ ,״der Erste‘*, ״der Letzte“) hinzugefügt. Im Mittelalter führte man Stellen nicht unter Angabe des Traktats, sondern allein des Abschnitts an. Die ganze Mischnah hat 523 Abschnitte; doch sind zu den Traktaten Aboth und Bikkurim je ein Abschnitt der Baraitha hinzugefügt, 80dass die Gesamtzahl 525 beträgt. Seit der Saburäerzeit werden die Abschnitte wreiter in Mischnajoth eingeteilt. Diese Einteilung ist gewöhnlich im Inhalt der Sätze begründet. Die Mischnajoth teilte man in Fälle (בכות), die man רישא, מציעתא, סיפא nannte. Im Talmud heisst der erste Teil der Mischnah תנא קמא .(erster Tanna). In alten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.