Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 349 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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vmammam9m₪₪ma₪B₪₪₪₪₪mm₪₪₪M₪1m₪₪m Die Mischnab 349 wird dadurch die Stileiaheit nicht gestört. Besonders haben wir Rabbi den einheitlichen Stil und den gediegenen reinen Ton zu verdanken, wie sich aus der Vergleichung mit anderen Werken dieser Zeit ergibt.. Der Stil der aggadischen Werke aus dieser und der vorangehenden oder folgenden Zeit ist volkstümlich und weich. Der Stil der Mischnah dagegen hat es zu harter, paragraphenmässiger Genauigkeit gebracht, die natürlich in erster Linie Genauigkeit im Inhalt, aber zugleich auch Genauigkeit im Ausdruck ist. Nicht ohne Grund durften die Amoräer aus Ausdruck und Wortlaut der Mischnah Folgerungen ziehen. Eigentlich versteht sich das bei Gesetzen von selbst, denn ein überflüssiges oder fehlendes Wort kann die Tragweite eines Rechtsatzes von Grund auf ändern. In der Mischnah hatte sich ein Geschlecht nach dem anderen um den Ausdruck gemüht, und die Tannaiten hatten in ihren Diskussionen solange an ihm herumgeschnitzt und herumgefeilt, bis er lückenlos und ohne einen überflüssigen Buchstaben dastand und den Rechtssatz, dem die Mischnah entsprechen wollte, genau wiedergab. Die Sprache der Mischnah ist so knapp und gedrungen, dass sie einen Gedanken-Auszug darsteilte, der nur dem verständlich war, der ihn vom Lehrhaus her kannte. Die Entwicklung bildete technische Ausdrücke, zu deren vollständiger Erklärung die Durchnahme eines ganzen Gebietes erforderlich war. Wer diese technischen Ausdrücke nicht vollkommen beherrscht, für den ist die Mischnah ein Buch mit sieben Siegeln. Der Stil zeichnet sich durch eine Fülle von Ellipsen und Anakoluthen aus. Für das Verständnis der Ausdrucks weise, der Redewendungen und der Metaphern bedarf es vieler Uebung. Die Lehrer der Mischnah verwendeten ab und zu zurVerlebendigung der Sprache biblische Phrasen.82) Ihr reiches Bibelwissen befähigte sie dazu. Zuweilen finden wir auch mitten in einer langen Abhandlung fliessende geschmückte Rede. Auch in der exorbitanten Kürze der Rechtssätze liegt eine gewisse Anmut. Manchmal bedient sich die Mischnah zu Beginn und 82) Peah II 2 vgl. mit Jesajah 7.25.