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Jeschurun · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 346 (sequence 18)
Language
German
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346 Die Zeitkultur und die traditionelle Anschauung Ruhm gehören, *wenn unser geprüftes Volk die höchste Not überwindet. Die höchste Not aber erblicke ich in der Verquickung von physischen Leiden und kulturellen Gefahren. Nur eine von grossen Gesichtspunkten geleitete Erziehung vermag unserer Jugend die Kraft zu verleihen, den Kampf mit der Zeitkultur zu bestehen und selbst aus dieser Periode der Gefahr für unser Volk Gewinn zu ziehen. Die Mischnah. Von E. M. Lipschütz, Jerusalem. Aus dem Hebräischen übersetzt von Arthur Rau, Berlin. (Fortsetzung.) 4. Sprache, Stil und System der Mischnah. Die Sprache der Mischnah ist reines Hebräisch und entspricht der Entwickelungsstufe ihrer Zeit. Die Weisen selbst fühlten den Unterschied gegenüber der biblischen Sprache: ״Was für die Sprache der Thorah gilt, gilt nicht für die Sprache der Mischnah.81״) Die Sprache der Mischnah war seinerzeit eine vollentwickelt0 Schöpfung der Volksseele, auch j: •r Zeitgeist hat sie beeinflusst. Die hebräische Sprache hatte von den Tagen der Bibel bis zu denen der Mischnah eine grosse Entwicklung durchgemacht. Den Beginn dieser Entwicklung sehen wir bereits in den letzten Büchern der Bibel (Esther, Daniel, Esra und Nehemia), ferner in dem uns erhaltenen Buch aus der Zeit der Ssofrim (Ben Sira), in den alten Gebeten und in den Sätzen der Urmischnah. In der Mischnah hat sich viel uraltes Sprachgut erhalten, Worte sowohl wie Formen, die zweifellos schon in biblischer Zeit existierten und sich nur zufällig in der Bibel nicht finden. Bei einzelnen Worten beweist Aussehen und Form das Alter 81) Chullin 137 b.

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