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Jeschurun · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 337 (sequence 9)
Language
German
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Die Zeitkultur und die traditioneVe Anschauung 837 ja den Beginn dieses Problems: Gott und Natur darstellt, das Gleichgewicht Seiner selbst gestört hat und es nun durch uns wiederhergestellt sehen will, ist öfters ausgesprochen worden. Vergleiche auch Malbim in seinem Kommentar zur Stelle ושמתיך בנקרת הצור Ex. 33/22. Bei diesem Verhältnis: Schöpfer und Geschöpf sollte man auch unabhängig von jjer Auseinandersetzung mit fremden Systemen verweilen. Mil* scheint darin das eigentlich Mystische unseres Systems enthalten zu sein; denn diese Wechselwirkung hat etwas so Dunkles und Fesselndes zugleich in sich. Dieser -׳> Gedanke ist ebenso gewaltig wie fruchtbar, denn er ist eine Fundgrube ethischer Impulse; er bringt uns dem Ewigen so nahe; aber indem er Gott dem Menschen und den Menschen Gott nähert, raubt er dem Unendlichen nichts vom Unergründlichen, wohl aber weckt er im Menschen die Erkenntnis der eigenen Rätselhaftigkeit. Auch das scheint mir mystisch: den Menschen entfremdet diese Gottnähe sich selbst. Und bezeichnend für diese Gedanken, die auch tiefste Erfahrung wachrufen kann, ist, dass sie doch nicht aus Einzelerkenntnissen gewonnen sondern vorgeahnt sind. In aller Kürze sollen hier als spezielle Probleme noch das Wunder und die Schöpfung genannt werden. Sie gehören wohl hierher mehr als in das Kapitel Naturwissenschaft. Ich glaube, bei der apologetischen Arbeit genügt es klarzulegen, dass diese Postulate, die von uns erhoben, von der Wissenschaft aber ab־ gelehnt werden, nicht vernunftwidrig sind. Dann ist der ethische Gewinn, der aus ihrer Anerkennung fliesst — denn viele sittliche Verpflichtungen des Juden erhalten doch von ihnen her (Welt- Schöpfung, Offenbarung und anderen Unterbrechungen normalen Naturgeschehens) überaus wirksame Begründung — Grund genug, um sie gelten zu lassen. Die Beziehungen zur Naturwissenschaft lassen sich unmöglich an dieser Stelle, die mehr die Probleme nennen als lösen soll, in extenso darlegen. In diesem Zusammenhang aber ist auch das Detail nicht Problem. Die grossen Fragen fallen wiederum in das Nachbargebiet der Naturphilosophie. Hier muss auf die Literatur verwiesen werden, die den Ueberhebungen mancher Forscher

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