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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 303 (sequence 105)
Language
German
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimer». 803 Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. beweise. Die Verbandlungen zogen sich einige Zeit hin; sie wurden von der Acht־ zebaer-Kommission. den sog. ה״י אגשים, zu einem günstigen Ab־ Schluss gebracht, sie scheiterten jedoch an dem Widerspruch des Vorstandes des ביד׳ט aus recht kleinlichen Gründen. Nach dem Tode des Rabbinatsassessors Rosenstein, i. J. 1869, wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, die nun zu einer Zusage Hildesheimers führten, der zunächst als Rabbiner am בה ט amtieren sollte, mit der Erlaubnis zur Uebernahme auch anderer Aemter. Ein solches Amt war dem Eisenstädter Rabbiner aber zur selben Zeit übertragen worden von einem kleinen Häuflein von Getreuen, die sich in ihrer Gewissensnot zu einer Separatgemeindo unier dem Namen ״Adass Jisroel“ innerhalb der Berliner ״Jüdischen Gemeinde“ zusammenschlossen. Diese wackeren Männer, die, trotzdem sie nicht im Entferntesten über reichere Mittel verfügten, doch zu grossen Opfern bereit waren, beriefen Hildesheimer zum Rabbiner und Leiter ihrer Gemeinschaft. Wahrlich, ein Entschluss von seltener Tragweite. Mehr noch als einst in Frankfurt a. M. zu Ende des 5. und Beginn des 6. Jahrzehntes, drohte in dem damals zur Reichsmetropole aufstrebenden Berlin, das keine so ehrwürdige religiöse Tradition, wie die ehemalige freie Reichsstadt, aufzuweisen hatte die Zerstörungssucht eines ganz einseitig orientierten Vorstandes, mit Hilfe von willfährigen ״Rabbinatsasse380ren“ das religiöse Leben in den Abgrund zu stürzen. Die Krönung seiner nivellierenden Tendenzen erblickte der wohllöbliche und sich unfehlbar äünkende Vorstand in der Berufung eines Abraham Geiger, dessen religiöser Charakter — von anderem abgesehen — die Gefahr für die Erhaltung wahren Judentums auf das Höchste steigerte. Da hatte nun die sittlich-religiöse Kraft einiger wackeren Männer, an ihrer Spitze Jakob Bamberger, Samson Rosenberg und Sternheim, diese zu Werkzeugen der göttlichen Vorsehung werden lassen, die auch hier, wie 80 oft, das Heilmittel vor der Entstehung der Wunde bereit hielt. Denn, was wäre aus dem überlieferten Judentum, nicht nur Berlins, sondern weiter

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