Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 280 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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280 Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. besuch erreichen. Der erste Versuch zur Aufnahme in die obersten Klassen schlug freilich fehl, was aber den strebsamen Jüngling nicht zu entmutigen vermochte, obwohl er bereits während der Vorbereitungszeit mit viel bitteren Entbehrungen zu kämpfen hatte. Die ärmlichen Verhältnisse der Mutter gestatteten ihm nicht einmal in einem warmen Zimmer seinen Studien obzuliegen. In einer kalten Stube, durch Auf- und i\bgehen sich zu erwärmen suchend, musste Hildesheimer seine Arbeiten verrichten. Um sich zur endlichen Erreichung des Zieles gründlichere Kenntnisse zu erwerben , zugleich aber auch, um intensiv ״lernen“ zu können, begab er sich wieder nach Altona, um sich dort der תודה עם הנמה zu widmen: wahrlich, ein erhebender Beweis dafür, dass Thorakenntnis ihm über alles ging. Endlich konnte er in die Prima der Heimatschuie aufgenommen werden, deren Besuch ihm aber auch nicht vom Talmudstudium abzuienken vermochte. Charakteristisch für den Jüngling ist es nun, dass er allen Unterrichtsgegenständen, auch den liebensächlichsten, gerecht zu werden sich bemühte; er wurde Vorturner und Leiter eines Chores in der Gesangsstunde: eine treffliche Beleuchtung des Principes: תורה עם דרך ארץ. Mit Erreichung des ]Maturitätszeugnisses war der Weg zur Universität frei. Doch, wie sollten die kärglichen Mittel der Mutter dem Sohn die Möglichkeit bieten, während der Studienjahre fern vom Elternhause zu leben? Da trat eine günstige Wendung im Geschick von Esriei Hildesheimer ein. Wenn, nach einem tiefsinnigen Worte unserer Weisen, Ehen im Himmel geschlossen werden, so war R’ Lob Giee-Hlldesheimer bei der Wahl seiner Gattin Golde aus der Familie Goslar von der Vorsehung bereits zum künftigen Glück und zur sorgenfreien Existenz seines Sohnes Esriei geleitet worden. Der strebsame Jüngling batte längst die besondere Aufmerksamkeit des R’Josef Hirsch erregt, eines hervorragenden und gelehrten Mitgliedes der Gemeinde. Ein Sohn des gelehrten und die Unverbrüchlichkeit der religiösen Uebe-rlieferung wacker verteidigenden Aaron Hirsch, der zu Ehren seines um das religiös-wissenschaftliche Leben Haiberstadts hochverdienten Vaters, des Klausners R’ Hirsch Göttingen, den Familiennamen Hirsch angenommen hatte, hat er, im Verein mit seinen Brüdern die von