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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 279

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 279 (sequence 81)
Language
German
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. 279 wandert: er war eine energische!Natur, die den Kampf, der besonders in Hamburg durch die Tempelgemeinde entfesselt worden war, keineswegs scheute. Mit aller Entschiedenheit trat er den wiederauflebeDden Bestrebungen zur Gebetbuchreform entgegen. Ihm war die Ccnsolidierung der auf dem Boden der Tradition stehenden Partei in seiner Gemeinde zu danken, der er durch die Förderung der Taimud-Thora-Schule eine im Thorawissen und Gesetzestreue gefestigte Generation erziehen half. Bernays verfügte über eine Fülle origineller Gedanken, die er in seinen Reden und Vorträgen kaum zu meistern in der Lage war. Er war ein kühner Denker, der auch durch den Reichtum seines Geistes sehr anregend wirkte. Bei all’ seiner Strenggläubigkeit giog er auf die religionsphilosophischen Probleme tiefer ein, und besonders seine Kusarivorlesungen zeigten ihn auf der Höhe seiner Aufgabe. Hier bewies er seinen Zuhörern in Anknüpfung an das Werk des gläubigen, mit der Philosophie ringenden Dichters, wie Denken und Glauben, unbeschadet der Frömmigkeit, mit einander sich vertragen können. Die Teilnahme an der Kusarilectüre bei Bennys war von nachhaltigem Eindruck auf Hildesheimer. So gestalteten sich diese Lehrjahre für den emplänglichen Jüngling zu Eindrücken, die bestimmend auf seine spätere Wirksamkeit und Denkungsart wirken sollten. Für ihn stand es nun fest, dass in erster Reihe unermüdliches ״Lernen*4 eine unablässige Pflicht sei, dass man das Gelernte aber auch weiten Kreisen mitteilen müsse, dass man innerhalb der 4 Eilen der Haiacha aber auch den Drang nach weltlichem Wissen in grossem Umfange betätigen könne. Aber das Gelernte müsse auch in die Tat umgeseizt werden dadurch, dass man es selbst übt, und* indem man wehe Kreise von der üebertretung dessen, was die Thora und die Weisen lehren, zurückhält in Wort und Schrift. So gefestigt in seinen Anschauungen, erfüllt von einem Idealismus für die Aufgaben eines kündigen Lehrers in Israel, durch den Aufblick zu einem grossen Meister und ausgerüstet mit einem für sein Alter umfassenden Wissen, kehrte Esriel Hildesheimer in seine Heimatstadt Halberstadt zurück. Hier wollte er nun an dem berühmten Domgymnasiam das Reifezeugnis für den üniversitäts-

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