Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 275 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. 27f> eingewanderten Familie aus Gleidingen, einem Vorort von Göttingen, die, unter Verkürzung dieses Ortsnamens, sich ״Glee“ nannte. Schon, in der Mitte des 18. Jahrhunderts genoss R. Lob Glee in Halberstadt den Ruf eines angesehenen Talmudisten; unter den Ehremännern in der ersten Hälfte des 19. Jahrh. werden R. Abraham Glee und der gleichnamige Enkel d. R. Löb Glee genannt, der Vater von Esriel Hildesheimer. Zur Charakteristik des R. Lob Glee diene folgende Tatsache, die für seine hingebende Liebe zum Talmudstudium Zeugnis afclegt. Seine Frau brachte ihm als Mitgift ZOO Taler ein, wovon 200 auf die Beschaffung von Eiorichtungsgegenständen verbraucht wurden. Am Tage nach der Hochzeit bot ihm ein durchreisender Buchhändler אל“ ,ש״ס und רםב׳־ם für den nicht hohen Preis von 96 Talern an, die R. Löb sofort kaufte. Voll Freude teilt er diesen vorteilhaften Kauf dem ihm befreundeten R. Hirsch Göttingen mit. Als dieser erfahr, dass dem jungen Ehemann nur noch 4 Taler zum Wirtschaften geblieben seien, fragte er ihn tadelnd, ob er denn daran gedacht habe, wovon er zu morgen Brot für seinen Haushalt kaufen wolle. Darauf antwortete R. Löb: Ja, aber ש׳ס und פוסנךם brauche ich schon heute. Die Eltern, Löb und Golde, gaben dem Sohne eine der Famiiientradition entsprechende Ausbildung auf dem Gebiete unserer nationalen Studien, die durch einen mehrjährigen Besuch der Hascharath-Zwi- Schule noch gefördert wurde. Von grossem Einfluss war jedenfalls die Unterweisung des Vaters, der, ein Schaler des hochberühimea Rabbiners von Frankfurt a. M., ß. Pmchas Hurwitz, des Verfassers der Werke הפלאח und ד־שקנח, ja selbst ein gelehrter Talmudisi war und den Gemeindeinteressen ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte. Schon früh jedoch, im Alter von 1*2 Jahren, verlor der junge Esriei den Vater, worauf der ältere Bruder, Abraham, -die Erziehung des ebenso hochbegabten wie strebsamen Knaben übernahm. Vom segensreichsten Einfluss auf den Knaben war der Geist der Mutter, er er Tochter des R. Josel Goslar und somit Glied einer hoehangesehenen Gelehrtenfamilie, die in nahen vor wand schaf tlic fcen Beziehungen zu der gleich* falls den Ruhm Haiberstadts begründenden Familie Hirsch stand, die wiederum ihren Stammbaum bis auf R. Mose Isseries (יס א) zurückführen darf. Bei den anderen namhaften Gelehrten seiner