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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 261 (sequence 63)
Language
German
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Einiges über die Tätigkeit Dr. I. Hildesheimers in Ungarn. 261 der Gemeinde, sondern vielmehr der Name allein entscheidend ist.7) Und dass dies so geschah, darin sind nicht allein die vorhin bezeichneten Führer schuld, sondern vor Allem jene reformsüchligen Stürmer, die das Zusammentreten des Kongresses bei der ungarischen Kegierung forciert hatten. Der damalige Minister für Kultus und Unterricht, Baron Ecivös, stand ganz unter den Einfluss des Führers der sogenannten ״Fortschritts-Partei“, Dr. TXirschier, und seinem Drängen ist das Zustandekommen des Kongresses zu verdanken8 9), der die in Wirklichkeit vorhandenen Gegensätze vertieft und das ungarische Judentum in mehrere einander feindlich gesinnte Lager geteilt hatte. An den Vorbereitungeu des Kongresses war kein Rabbiner beteiligt: man wollte überhaupt keinen Rabbiner zum Kongress zulassen, damit — so lautete die Begründung — Religionsfragen überhaupt nicht verhandelt werden können. °) Da trat Hildesheimer auf, gegen die Ausschliessimg der Rabbiner kämpfend, die das Wahlstatut in eine Reihe mit den ״moralisch Gebracdmarkten“ stellte. Wie er sich an der Bekämpfung der Wahlstatuten beteiligte, zeigt der hier folgende Brief Hildesheimers, den ich der Veröffentlichung im vollen Wortlaute für wert halte10): Dr. J. Hildesheimer בע״הי א״ש ם פנהם תדכ״ח לפ״ק RABBINER in EISENSTADT. * עוכ״ט .לכבוד ההג״הג אב״ד בק״ק פאלאנקא10) נ״י Von sehr vielen Seiten auf ge fordert, über die drei Statuten der jüngsten Konferenz-Majorität mein Urteil abzugeben, habe ich denselben 7) Nach Hildesheimers Aeusserung in einem an S. Brüll gerichteten Briefe ״sei nur der ein Orthodox, der nach den Vorschriften des Talmuds und den auf ihm fussenden Gesetzen leb t“. S. Magyar Zsido Szemle 1902 (XIX), S. 68. 8) Venetianer, Azsidösäg szervezete etc. S. 508. Anm. 9) Ebdort S. 506. 10) Den Originalbrief, der in hebräischer Kursivschrift abgefasst ist, erhielt ich von Herrn Oberrabb. Stein inTyrnau, dem ich dafür auch hier danke. Datum, Ansprache und Unterschrift sind von H., der Brief selbst scheint nach seinem Diktat geschrieben worden zu sein. ״) Nach Mitteilung Oberrabb. Steins ist es R. Menachem Deutsch, Enkel des ehemaligen Dajjan’s von Nikolsburg, R. David Deutsch.

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