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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 243 (sequence 45)
Language
German
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Die Gründung; und Bedeutung des Rai> 1 m ן e r 3en 1 inum in Berlin. 248 mehr feststellen. Mit seiner Ablehnung war die neue Gründung zu Grabe getragen. VL Innere Gründe vornehmlich waren es, die seine Haltung bestimmten. Er wollte ein Seminar, das er leiten, dem er den Stempel seiner Persönlichkeit aufdrücken, für dessen Geist er die Verantwortung übernehmen und tragen konnte. Wie Zach. Frankel in Breslau einst als unerlässliche Bedingung für seine Mitarbeit hingestellt hatte, dass die Anstalt von ״einem Geist belebt und durchdrungen sein müsse“; soll ein organisches Ganzes entstehen, so darf auch nur ein organisierender Geist walten, Darum müsse er sich in allen wichtigen Dingen unbedingte freie Hand sichern. Wahl und Anstellung der Lehrer sowie deren Entlassung müssten dem Direktor anheimgesteiit bleiben, nach dessen Geist eben die ganze Anstalt errichtet und geleitet werden müsse. Was dort trotz der proklamierten Freiheit, der wissenschaftlichen Forschung grundlegende Voraussetzung war, musste es bei einem Institut, aus dein streng gesetzestreue Rabbiner hervorgehen sollten, erst recht sein und bleiben. An die Person Israel Hildesheimers, sein Wissen, seine tiefgründige talmuöische Gelehrsamkeit, an die Lauterkeit seiner Ueberzeugung, an die in langen Kämpfen erprobte unerschütterliche Gesinnungstreue knüpften sich eben die Hoffnungen all der frommen Gemeinden, dass ihre künftigen Berater, Lehrer und Führer nicht bloss Träger der Thora, talmudisch durchgebildet und wissenschaftlich geschult, sondern vor allen! Männer von Charakter sein würden. Sein Name war ein ungeschriebener Prospekt, die Prinzipien, die er in voller 0Öffentlichkeit ein Menschenleben vertrat, ein Programm, zu dem man Vertrauen haben, und auf das man sich einschwören konnte. In gewissen Verwaltungskreisen, welche die Interessen der Berliner Gesetzestreuen wahrnahmen, wünschte man eine jüdisch-theologische Fakultät mit einem Lehrerkollegium, dessen Mitglieder einander koordiniert in der Leitung ab wechselten, in den Vorlesungen ihren vielleicht von einander abweichenden Standpunkt zum Ausdruck brachten, so dass die Erziehung und Festigung der

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