Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 242 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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242 Die Gründung• und Bedeutung (Iss Rabbinerseminars in Berlin. welche die religiösen Grundlagen erschüttern konnten. Zu den Beschwerden, sich alles Wissenswerte erst mühselig und langwierig aus eigener Kraft zusammenzusuchen, zu diesen Schwierigkeilen, welche die Studierenden seihst am bittersten empfanden, kam dann das Berliner Milieu mit seinen Reibungen, Gefahren. Parteistreitigkeiten und Versuchungen, welche die persönliche Einflussnahme eines erfahrenen, besonnenen und unbedingtes Vertrauen geniessenden Lehrers auf die religiöse Entwicklung und Lebensführung der jungen Leute notwendig machten. Der Mann mit den erforderlichen Bürgschaften und Qualifikationen war da, war durch sein Lehramt bereits mit dem Beth Hamidrasch verbunden, und es war kein Wunder, dass nach dem Tode M. Landsbergers bei der Wahl eines neuen Lehrers die alten Plane wiederum auftauchten und sich zu neuen Entschlüssen verdichteten. Im Verein mit David Cassel, damals Leiter der Nauen’schen Erziehungsanstalt, einem bekannten Berliner Gelehrten, entwarf eine Kommission einen Reorganisations- und Studienplan für eine auf erweiterter Grundlage aufgebaute Rabbiner-Bildungsanstalt, an welcher die beiden Rabbiner des B. II. Isr. Hildesheimer und B. Zomber die talmudischen und D. Cassel die nichttalmudischen Fächer vertreten sollte. Tendenz. Richtung, Unterrichtsziel, Verteilung des Lehrstoffs, das Mass des geforderten Wissens, was über den religiösen Standpunkt der Lehrer und aufzunehmenden Schüler gesagt wird, alles war wohlbegründet und wohlüberlegt und gab zu Bedenken kaum Anlass. Die Anstalt, die am 1. April 1871 eröffnet werden sollte, ist nicht ins Leben getreten. Vvrelche Einflüsse von aussen sich der Fortführung des Projekts hindernd in den Weg stellten, den Eifer der Verwaltungsbehörden erkalten Hessen und schliesslich das Ganze zum Scheitern brachten, lässt sich nicht klar erkennen. Ob wirklich, wie aus Presseäusserungen der damaligen Zeit hervorgeht, Persönlichkeiten, die dem Breslauer Seminar sehr nahe standen, dabei ihre Hand im Spiele hatten und dem Reorganisationsplan eine solche Umgestaltung verliehen, dass es Hildesheimer trotz seiner guten Vorsätze, unmöglich wurde, seine Kraft dieser Anstalt zur Verfügung zu stellen, lässt sich nicht