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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 239 (sequence 41)
Language
German
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Die Gründung und Bedeutung des Rabbinerseminars in Berlin. 239 von der Ueberzeugung allerdings durchdrungen, unser Judentum als das allein wirkliche Judentum verehren zu dürfen — urrd wehe dem Juden, der selbst an der Wahrheit seines Judentums noch zweifelte, und doch nicht stark genug wäre, das bessere, wahrere zu ergreifen — wir sind überzeugt, mit unserem Streben nicht nur unser Heil, sondern auch das Heil der einst zum Besseren erwachenden Enkel der uns jetzt entgegenstehenden Brüder zu begründen — aber nimmer haben wir und nimmer werden wir diese Ueberzeugung anderen aufdrängeD, haben um dieser unserer Ueberzeugung willen andere nie angefeindet und werden sie nie anfeinden, wir erwarten den Sieg unserer Sache von der still und um so sicherer siegenden Kraft der lebendigen Wahrheit. Hirsch’s Ideal war nicht blos ein friedliches Kebeneinandersondern Auseinandergehen, eine vollständige Loslösung des seinen Prinzipien folgenden Gemeinäeteils, um ihn so gegen alle Einwirkung das Judentum zersetzender Anschauungen und Lehrmeinungen zu immunisieren. Bestrebungen, die nicht überall, nur im Westen und Süden Deutschlands Anklang fanden. Die Gemeinden aber standen, wenn sie nicht ganz führerlos blieben, zumeist unter dem Einfluss reformerischer Ideen, die von den Männern der entschiedenen oder gemässigten Richtung auf Katheder und Kanzel andauernd gelehrt, auf den Gesamtgeist einwirken mussten. Wo sollten die Männer herkommen, die, in Gesinnung, Leben und Denken fest im überlieferten Judentum verwurzelt dessen Gedankenkreis den Gemeinden unverfälscht, in einer den ZeitforderuDgen entsprechenden Form zu vermitteln vermöchten? Die einzige jüdisch-theologische Lehranstalt in Breslau, die, 1weil sie einen geordneten, planvollen Studiengang bot, eine starke Anziehungskraft auf alle diejenigen ausübte, die im In- und Auslande sich dem Studium der Theologie zu ־widmen gedachten, und der auch viele gesetzestreue Elemente sich zuwrandten, w^eil nichts anderes vorhanden war, genoss nicht das Vertrauen der Orthodoxie. Studierende, die wegen ihrer religiösen Ansichten sich von Breslau fernhielten, und vielfach Berlin, den Mittelpunkt alles wissenschaftlichen Lebens, aufsuchten, fanden zwar dort die Möglichkeit, sich im Beth Hamidrasch unter der Leitung

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