Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 233 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gründung und Bedeutung des Rabbinerseminars in Berlin. 233 Studium de3 Talmud fördern und dem oberflächlichen Urteile, so wie vielen unreifen Ansichten Vorbeugen16״), Was dem Ge־ lehrten hier und an manch anderen Stellen noch als Plan und Vorsatz vorseh webte, wurde der wissenschaftlichen Welt in dem 1809 erschienenen דרבי המשנה eine Einleitung in das Studium, das Verständnis und die Methoden der Misch na als Frucht und Ergebnis der Forschung vorgelegt. Nach Frankel ist die Halacba geworden, in mählichem Aufbau durch die Geistesarbeit der Weisen, deren Reihe mit den Männern der Grossen Synode beginnt und bis zu dem Re״ daktor der Misch na aufsteigt, entstanden. Die Erklärungen und Auslegungen des in der geschriebenen Thora vorhandenen Ge־ setzes, nach ihm .עיקר תורה שיעל פד der Kern und Grundstück der mündlichen Ueberlieferung, sei eine Schöpfung der Lehrer, die in gemeinsamer .Ueberlegung und tiefgründiger, der Wich־ tigkeit des Gegenstandes entsprechender Beratung gesetzliche Normen aus dem Textwort der Thora herleiteten, die dann in innigster Verknüpfung mit dieser zum geistigen Besitztum wurden. Die Halacba verdankt ihren Ursprung der eindringenden Geistesarbeit erst der Sopherim, dann der Tannaim, deren Spuren mit den Mitteln geschichtlicher Forschung nachzugehen er für die grosse Aufgabe der Wissenschaft ansieht. Da die Entwicklung immer neue Fragen auf werfe, neue Verhältnisse schaffe, vor neue Lebensbedingungen stelle, hätten die Lehrer die auf dem Wege der Interpretation des Schriftworts gefundenen Satzungen durch die schöpferische Kraft ihres Geistes gemehrt und erweitert, nach Regeln und Methoden, die sie selbst aufstellten. Hillel sei der erste, der bei seinem Eintrit in den palästinensischen Gelehrtenkreis eine solche Deutungsregel an־ gewandt habe. Ihm seien 7 im ganzen zu danken, die später von R. lsmael auf 13 vermehrt worden seien. Das seien die מדות שהתורה נדרשת בהן. Wenn in der Mischna an einigen Stellen und an sehr vielen im Talmud von einer הלכה למשה מסיד die Rede sei, müsse man die Wendung nicht buchstäblich nehmen. 16) Frankel, Vorstudien zur Septuaginta, Leipzig 1841. Vorwort p. 12.