Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 231 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gründung: und Bedeutung des Rabbinerseniinars in Berlin. 201 ewigen Grundlagen des Judentums gelockert, zerstört, aufgehoben waren, ein gemeinsamer Aufbau unmöglich geworden. Für eine theologische Fakultät dieser Richtung aber war nirgends Stirnmung vorhanden, und so blieb es zunächst bei der Idee. IV. Von einem anderen Kreise aufgenommen sollte sie wenige Jahre nachher ins Lehen treten. Kommerzienrat Jonas Fränckel in Breslau hatte in seinem Testament neben anderen wohltätigen Stiftungen die Mittel zur einer Biidungsanstalt für Rabbiner und Lehrer zur Verfügung gestellt. Fünf Jahre nach Eröffnung des Testaments sollte sie ihre Wirksamkeit beginnen, Beratungen, Pläne, Vorbereitungen nahmen, da man sich an kein Vorbild anlebnen konnte, geraume Zeit in Anspruch. Noch bevor sie zu einem rechten Ergebnis führten, veröffentlichte Zacharias Frankel, damals Oberrabbiner in Dresden, im Januarheft des 2. Bandes seiner ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums״ eine Abhandlung, in welcher er die Notwendigkeit, das zwingende Bedürfnis, eine Lehrstätte für die künftigen Rabbiner zu gründen, darlegte. ״Woher sollen die künftigen Rabbiner ihre theologische Bildung nehmen? Gegenwärtig zehren wir, wenn auch kärglich, von dem Mark und Nachlass mancher vor einigen Jahrzehnten dahingegangenen Lehrer; aber dieses ״Erbteil der Väter4‘ hört allmählich auf: wird nicht darangegangen, junge Rabbiner heranzubilden, welche Zukunft steht Israels Heiligtum bevor? An wen werden sich Israels Gemeinden halten? Wer wird dio Schätze des Glaubens wahren, wird die grosse Errungenschaft der Väter vertreten? Schöpfung eines Seminars! So mahnt dringend der trostlose Zustand der Gegenwart.15) Frankel, dessen Nauie ein Programm w׳ar und durch seine hervorragende talmudische Gelehrsamkeit wie durch eine Reihe bedeutsamer wissenschaftlicher Arbeiten und grosse praktische Erfolge in seiner rabbinischen Wirksamkeit einen weithin reichenden Klang besass, wurde die Begründung und 15) MGWJ 1853 p. 10, Braun, Geschichte des jüd.-theol. Seminars in Breslau, Festschrift zum 50 jähr. Jubil. der Anstalt p. 25,