Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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so Die Gründuug und Bedeutung des Rabbinerseminars in Berlin. Persönlichkeit verkörpert schienen, von einigen schlesischen und posenschen Rabbicen, Tiktin, Eger, D. Deutsch in deutschgeschriebenen Gutachten einer eingehenden Würdigung unterzogen. Als der wiedererwachende Streit um das erweiterte Gebetbuch des Hamburger Tempels Geiger Veranlassung gab, die Kultusfrage wiederum aufzurollen, fand er die Gegner gerüstet auf dem Plan. Als die Auseinandersetzungen sich zu einer neuen programmatischen Broschüre verdichteten, die Geiger später zur Kennzeichnung seines Standpunkts veröffentlichte, ״Notwendigkeit und Mass einer Reform des jüdischen Gottesdiensts״ (Breslau lfc61 Nachgel. Sehr. Bd. I p. 203) wurde er in den inzwischen entstandenen, das gesetzestreue Judentum vertretenden Zeitschriften, von David Deutsch im ״Jeschurun“ und von Israel Hildesheimer im ״Israelit״J2) wirksam und eingehend widerlegt. Mit einer bewunderungswürdigen Geiehrsanikeit, die sich auf das ganze Gebiet der biblisch-talmudischen aber auch der alten klassischen Literatur erstreckt, und in überaus gewandter Dialektik bat Hildesheimer G's oft ־willkürliche, dem Geschmack der Zeit Rechnung tragende Ausführungen und Ausstellungenan der Form, der Sprache und dem Inhalt des überlieferten Gottesdiensts zurückgewiesen, vor allem mit Glück den Versuch, die Mischna gelegentlich gegen den Talmud aus- Zuspielen, wo es den reformerischen Ansichten gerade zweckdienlich erscheint. Dass Geiger von gewissen biblischen oder auf der Thora begründeten Geboten wie ציצית und תפילין als von ״gewissen Gebräuchen, die mit dem Gottesdienst sich verschmolzen haben und auf ihm von nicht unbedeutendem Einfluss sind״ und die ״dem freien Ermessen anheim gegeben sein״ mögen, spricht, dass er dem Sabbat die Kraft, die Gemeinde in die Synagoge zu bringen, nicht zutraut, weil Störungen zu berücksichtigen seien, und darum einen Sonntagsgottesdienst alle vier Wochen in Vorschlag bringt, dass er den Schofar durch eine ״ernste würdige Musik“ zu ersetzen vorschlägt, d6n י״ט שני abschaffen, aber Simchas Thora beibehalten will, sind 12) Israelit 1860 Nr. 81, 1861 Nr. 2, 4, 5, 7, auch als besondere Broschüre Mainz 1861 erschienen.