Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbi Es: kl Hildesheimer זצ״ל. 9 Beleuchtung der von Professor Jeitteies versandten Broschüre. Wien 1868. Reschensehaftsbericht der 35 Mitglieder des ungarischisraelitischen Kongresses. Prag 1869. Das Alles, wie erwähnt, nur willkürlich gewählt aus der grossen Zahl des Vorhandenen, umfangreiche Broschüren, über viele Nummern sich erstreckende Artikelserien; aber Alles beherrscht von dem einen Streben, vor die Bresche zu treten, die die Reform immer und immer wieder in die Mauern der Halacha zu legen versuchte. Nur wenn die Tradition angegriffen war, nahm er das Wort. Ein einziges Mal, als in den Beschlüssen der Rabbiner-Versammlung zu Mihalowitz die Reinheit und Schlichtheit der Halacha von der Hyperorthodoxie gefährdet wurde, ging er aggressiv vor. Der erste der neun Beschlüsse dieser Versammlung lautete: Man müsse ein Gotteshaus verlassen, in welchem der Rabbiner in reiner Landessprache predigt. Aber auch hier ist er der Angegriffene. ״Die heilige Pflicht zwingt mich“, heisst es dort, ״diesen Artikel zu schreiben, der mir, ich täusche mich nicht darüber, nicht wonige Freunde entfremden dürfte und, was das Schmerzlichste ist, auch einige, die meine ganze Hochachtung und Verehrung gemessen und immer gemessen werden.“ Und jetzt entwickelt er an der Hand aller halachischen Quellen Inhalt und Umfang des Begriffes הוקת הגרים und prüft an diesem nun gewonnenen Massstabe die neun Beschlüsse jener Rabbiner-Versammlung. Diese Artikel sind noch heute eine Fundgrube für wichtige halachische Fragen, wie alle seine Zeitungsartikel nicht für die Zeit, sondern für die Dauer geschrieben sind. Gedankenblöcke sind da aufgehäuft, aus denen mancher Baustein zu gewinnen ist. Die Form, in der sie geboten worden, erscheint freilich eigenartig. Unser Meister hat hier einen Fehler, den Fehler seiner Tugend. Er schrieb, wie er sprach, und er sprach, wie er dachte. Und seine Gedanken waren ein stetig sprudelnder Quell, ein reissender Gebirgsstrom, in den in jedem Augenblick von allen