Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 188 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aussprüche R. Ilaa’s 188 Auffassung ist der erste zu übersetzen: ״Wäre nicht das Gebet Davids, so wären alle Israeliten Händler־ von רבב wie es heißt: Verleihe ihnen, o Herr, מורה (Ps. 9.21). Raschi und andere erklären das dahin, daß, da der Handel mit רבב mit minderwertigen Fettstoffen, ein armseliges Gewerbe sei, durch das Gebet Davids, der um ״Herrentum“ gebetet habe, die Armut abgewehrt sei. Aber diese Erklärung gibt keinen rechten Sinn und, wie bereits Meharscha hervorhebt, fehlte dem Satze jeder Zusammenhang mit dem Ganzen. Bacher in seiner Aggada der pal. Am. III, S. 764 will Sinn und Zusammenhang herstellen, indem er sagt: ״Die Wichtigkeit der sich aus der in tiefer, Armut lebenden großen Masse zu einiger Macht emporhebenden Begüterten im Israel der Diaspora ist ir! diesem merkwürdigen Ausspruche auf sehr charakteristische Weise betont.“ Aber Bacher legt in den Satz etwas hinein, was dieser nicht enthält. Noch schwieriger ist der zweite Ausspruch nach der bisherigen Auffassung: ״Wäre nicht das Gebet Habakuks, so müßten sich zwei Thorajünger in ein einziges Gewand beim Studium der Thora hüllen, wie es heißt: ״Dein Werk, 0 Herr, beim Nahekommen der Jahre belebe es. (Hab. 3, 2.) Lies nicht בקרב שנים sondern ״ בקרוב שניםbeim Nahekommen zweier.“ Nach Raschi und anderen habe das Gebet auch hier Armut abgewehrt. Aber dieser Erklärung steht entgegen, daß ״belebe es“ sich nicht auf Arme, sondern auf das Werk, auf die Thora bezieht. Meines Erachtens ist der Sinn der beiden Aussprüche mißverstanden worden, weil man die Bedeutung, welche אלמלא hier hat, in das Gegenteil verkehrte. אלמלא bezw. אלמלי kann negativ und positiv sein. (Vgl.Tossafoth Megilla 21a.) Hier ist es wie an vielen anderen Stellen positiv zu deuten ״w^enn, wofern.“ R. Ilaa will den Wert der Armut für das Thorastudium hervorheben und betont, daß Armut das Thorastudium fördern. Der erste Ausspruch enthält ein Wortspiel und zwar* wie vermutet werden kann, nach der griechischen Sprache, in der myron, etymologisch mit Schmer, schmieren zusammenhängend, Salbe heißt, was רבב entspräche. Auch der zweite Ausspruch wird uns nun verständlich. Durch die Armut der Thorajünger, die sich gegenseitig mit ihrem Gewand aushelfen, würde eine Annäherung und dadurch ein intensiveres For-