Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 186 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Cheruth 186 Bestätigung an außerpersönlichen Kriterien zu finden. Erst die Erkenntnis des Außerpersönlichen kann unser religiöses Wahrheitsbedürfnis befriedigen. Erst aus dem Objektiven der religiösen Erkenntnis und dem Subjektiven des religiösen Erlebnisses ergibt sich das religionsphilosophische System, ein weltanschauliches Verhältnis, das auf innere Einheit Anspruch machen darf. Was aber hat Buber getan, um uns diese Synthese zu vermitteln. Doch wir stehen ergriffen vor der Tiefe seines Grundgefühls, vor der Macht seines Erlebnisses. Wir begreifen auch, daß er aus dem lebendigen Bewußtsein seiner Seele die innige Beziehung zwischen Volksgeist und Gottheit aufdecken mußte. Denn gerade im Judentum wirkt sich der Gott-Erfüllte an seinem Volke aus. Wir begreifen die ganze geistige Not, die diese Rede entstehen ließ, und wir hoffen, daß sie der jüdischen Jugend, die das Judentum nicht kennt, aber von heißer Liebe zum Volk und seinem Geist beseelt ist, ein Mahner sein wird zur tieferen und vielleicht auch letzten Erkenntnis und Betätigung im Judentum. Denn viele Tausende dürsten, auch in die geistige Gemeinschaft aufgenommen zu werden, nachdem sie sich ihrvolklich und politisch angeschlossen haben. Vielleicht wird ihnen Buber ein begeisternder Lehrer sein. Aber־ das Verhängnisvolle seiner Lehrschaft ist, daß sie niemals mehr als etwas Vorläufiges sein kann, da sie über sich hinaus in die letzten Gründe der jüdischen Religion weist, die sie in anderer Min״ sicht wiederum für unverbindlich hält Hier sind die schöpferischen Quellen unseres Bewußtseins, und die Gottheit, das ״Urphänomen“ unseres religiösen Lebens, wird der Rufer zur letzten Hingabe an Lehre und Gesetz sowohl wie an unser Volk. Jetzt begreifen wir, warum Buber in tief menschlicher Weise^ Volksbewußtsein und Gottbewußtsein vereinigt, warum er beide aneinander zur Reifung kommen läßt. Denn in unserem Lebensgefühl verschmelzen beide zu einer wunderbaren Einheit, indem das