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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 183

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 183 (sequence 74)
Language
German
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Cheruth 183 Und wenn auch ihre Erkenntnis zuweilen präzis ist, dem Wissenden ist sie eine logische Zusammenfassung nur des unendlichen Gefühls. Aber dadurch, daß mythische Vorstellungen der Schechirah und Sephiroth dem religiösen Erlebnis einbezogen werden, kann Buber doch unmöglich meinen, dem Drang nach philosophischer Zusammenfassung ein wirksames Bollwerk entgegengestemmt zu haben. Denn auch diese tiefgehenden Erlebnisse noch wird der Denker philosophisch klären, nicht um sie abzuschwächen, sondern nur um sie mit einem Teil seiner Seele zu begreifen. Hier kommen wir zu der Bedeutung, die der Mythos und das Mythische in der Buberschen Gedankenwelt hat: eine zentrale er״ leuchtende Bedeutung. Denn der Alternative Erkenntnis und Nichtwissen weicht er dahin aus, daß er den Mythos an die Stelle der Erkenntnis setzt, um sie abzuschwächen in ihrem Rationalismus, aber in dem Lebendigen, Vital-Unsagbaren, zu beleben. So wird der Mythos ihm das geistige Mittel, das Rätsel ein wenig nahe uuserem Intellekt zu bringen und es doch in das geheimnisvolle Flui״ diim zu tauchen, das eine entsprechende Ausdrucksform sein soll für seinen letzten Rätselsinn. Hier folgt er der modernen Richtung, eine Frage aufzuwerfen und sie zugleich zu beantworten: der Lehre von der Intuition. Denn ist das Einfühlen je etwas anderes als der ewige Versuch, sich des Absoluten zu vergewissern, seiner zu vergewissern in Ewigkeit. Und die religiöe Intuition wird zu dem, was Buber Cheruth nennt, das ist Freiheit in Gott. Freiheit in Gott, das soll heißen: das Göttliche so in sich erleben und verwirklichen, daß man gleichsam nur sich selbst ge״ horcht, wenn man dem Göttlichen folgt. Es besteht eine leichte Analogie zu Kants Grundlegung der Sittenlehre, indem hier höchste Moral ׳eigentlich nichts anderes ist als höchste Selbstgesetzlichkeit Denn Kants ״intelligible Welt“ ist ja so beschaffen, daß in ihr die moralischen Gesetze die gleiche Naturgesetzlichkeit haben müssen,, wie die Naturgesetze in unserer natürlichen Welt.

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