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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 179 (sequence 70)
Language
German
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Cheruth 179 öffnende, und ist es darum nicht eine einfache Konsequenz nur,, daß. auch das religiöse Problem, als das absolute Erlebnis schlechthin, ihr zugeführt werde, ja daß sie sich an ihm entzünden möchte in heiliger Glut? So führt dies zu jener oft nur ungenau verspürten aber stets vorhandenen Grundauffassung, daß ihm das Göttliche eigentlich nur menschenmöglich wird in der Ekstase. Und wir vermöchten dieser Konsequenz noch Folge zu leisten (denn ist nicht jedes religiöse Bewußtsein überhaupt eine Form der Ekstase, in seinen Begeisterungen und ewig neu wirkenden Aufgaben), müßte man nicht gerade Buber den Vorwurf machen, den er mit unstreitiger Berechtigung den ungenauen Stimmungsmenschen macht: er hat zwar nicht Gott psychologisiert, aber er hat das religiöse Bewußtsein aufgelöst in die rein subjektiven, das aber sind psychologische Komponenten des Absoluten, ohne sich die philosophische Frage zu stellen: was ist das objektiv Absolute, das allem subjektivem Gott- Erkennen entspricht. Und diese Frage ist nicht nur deshalb eine philosophische, weil sie das Problem der Kausalität berührt, sondern sie führt weiter und tiefer, indem an ihr dans ganze Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt in religionsphilosophischer Hinsicht zur Erörterung kommt. Hier scheiden sich die Geister, hier ist der Prüfstein, ob eine philosophische Energie am Werke ist, das Problem aufzustellen.,, oder ob ein Künstler in den ungenauen und verführerischen Worten seiner Terminologie Lösungen vortäuscht, die eigentlich nur neue Fragestellungen sind. Denn für Buber ist das religiöse Bewußtsein in allen seinen Forderungen und Folgerungen schon die metaphysiche Lösung des Problems Gott schlechthin; aber für uns wird das religiöse Bewußtsein eigentlich wieder eine neues Problem, das sich dem Problem Gott hinzugesellt. Nur dem Gläubigen kann es sich in der Offenbarung lösen, die eigentlich nichts anderes ist als die konsequente Antwort auf jeden Agnostizismus, der sowohl vor Gott wie vor dem religiösen Bewußtsein versagt. Wer könnte etwas von Gott aussagen, oder über die Art, wie Gott sich in deine Seele ergossen hat? Müssen hier nicht alle empirischen Methoden des menschlichen Geistes versagen? Und wird nicht bei psychologi-

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