Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 178 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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Cheruth 178 endliche tragend; weil der Menschengeist durch seine Schau zuin -Sinnbild des Göttlichen, und von diesem Sinnbild zur göttlichen Aussage gekommen sei, weil also das Subjektive irgendwie erst das *Göttliche geschaffen habe, und nicht vielmehr das Göttliche erst das subjektive Erlebnis. Um es noch genauer zu sagen: für uns kann die Religions- Philosophie nur dann fruchtbringend sein, wenn sie das Göttliche als das Objektive anerkennt, es nicht im reinen Erlebnis auflöst, sondern ihm auch ein Dasein außerhalb des menschlichen Erlebens zuschreibt: eine wohl nie charakteristische Daseinsform zwar, aber immerhin auch eine Daseinsart unabhängig vom menschlichen Bewußtsein; während Buber die Gottheit im Erlebnis ausschöpfen möchte, weil doch das Göttliche in der Menschheit reifen will. So begreifen wir, philosophisch gesprochen, das religionpsychologische Moment der Buberschen Gott-Auffassung, die zuletzt im Erlebnis wurzelt und sich nicht zu der bleibenden Erkenntnis einer göttlichen Existenz außerhalb des menschlichen Erlebnisses zu erheben vermag. — Es wäre eine Arbeit von tiefgreifender Wirkung: zu untersuchen, welches eigentlich die genauere Bedeutung des Begriffes -,.absolut“ bei Buber ist. Und man müßte Vergleiche ziehen zu seinen übrigen Werken, zu seiner Mystik, zu seinen erzählungsfrohen Mythen ebensowohl wie zu seinen Versuchen über den Chassidismus, über das Wesen des Judentums, und zu den künstlerisch-philosophischen Geprächen über die .,Verwirklichung“, die er im ״Daniel“ niedergelegt hat. Wir sagten: es könnte einer tiefer wirkende Arbeit werden, in allen diesen Werken eine ganz bestimmte oder auch unbestimmte Bedeutung des Begriffes ״absolut“ nachzuweisen. Hier ist der Ort für diese systematisqhe Untersuchung nicht. Nur das eine sei bemerkt: daß in allen seinen Werken (voll tiefen Erlebens und wunderbarer Sprachgestaltung) der Begriff des Absoluten irgendwie reduzierbar wird auf das Erlebnis, daß ihm das Absolute nur als das erlebte möglich wird. Und so begreifen wir auch, warum er das Religiöse zum eigentlichen Problem der Jugend macht; denn die Jugend, in ihrer ,,Alloffenheit“, wird sie je eine andere sein als die stürmisch erlebende, sich inbrünstig der Welt