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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 177 (sequence 68)
Language
German
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Cheruth 177 zu suchen, wo er sich am urkräftigsten äußern müse: in der jüdisehen Gemeinschaft; als alle Verirrten und Suchenden unserer Zeit (und wer vermöchte ihre Zahl zu nennen) hinzuweisen auf das Volk als den Urträger seines Wesens. So wird das metaphysische: Streben nach Gott, das religiöse Erlebnis verbunden mit einer zweiten aber doch wohl differenten Potenz des modernen Bewußtseins: mit der Sehnsucht nach der Gemeinschaft. — Für jeden im Geist des Judentums Lebenden ist diese Synthese eine Selbstverständlichkeit. Denn was bedeutet das jüdische Bewußtsein an־* deres als ein ewiges Orientiertsein an Gott zugleich mit der innigsten Verbundenheit mit jedem Gliede unseres Volkes. Was anderes kann uns jener mehr als rein sozialethisch gedachte Ausspruch sein:: daß einer dem anderen sittlicher Bürge ist. Denn innigste Gemeinschaft sind wir in jedem Augenblicke unseres Daseins im Angesichte der Gottheit; und da wir gleichsam nur die Glieder des göttlichen Wesens sind, die ausführenden und tätigen Glieder seines umfassenden transcendenten Organismus, was könnte klarer sein als diese Forderung, die in unserem Bewußtsein schon immer zur selbstverständlichen Tatsache sich errichtet hatte: daß einer dem anderen verbunden ist. Verbunden in der göttlichen Wesenheit, als empirische Faktoren ihrer intelligiblen Daseinsart, als die Phänomena ihrer metaphysischen Absolutheit, die man in übertragener Bedeutung und vielleicht im Sinne der Kantischen Moralphilosophie das Ding an sich nennen könnte. Aber ein anderes ist es, aus innersten Zusammenhängen diese Synthese zwischen dem Gottbewußtsein und dem Volksbewußtsein׳ zu schaffen; und ein anderes, aus äußeren Gründen sie anzustreben, weil man doch im Volke das Absolute, im jüdischen Volke also das jüdisch Absolute, das ist das Religiöse, finden müsse. Und dieses Zweite ist der Weg Bubers. Denn das Absolute ist ihm nicht das objektiv Absolute im Sinne der jüdischen Religionsphilosophie, nicht das objektiv Absolute im Sinne einer auch in ihren Naivitäten noch verständlichen Meta- Physik Platons oder Spinozas oder jeder philosophischen Romantik und Theologie, sondern es ist das siibjektiv Absolute, das, was uns zu innerst ergreifen kommt, mit den seelischen Fakten unseres Bewußtseins beladen, weil wir durchaus Erlebende sind und das Un-

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