Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik 170 selben Worte bediente sich R. Je hu da ben Ilai, um die Meinung zurückzuweisen, als bedürfe Gott des Lichts (Tanh. B II, p. 98, Numr.), und R. Simon ben Parsi um die Allmacht Gottes zu beweisen (Com. v. 1,23) wie noch später gezeigt werden soll. (Die Sonne ist das Herz der Welt in der mittelalterl. jüd. Literatur, vergi. HB. XIII, 34. Nach David Almukamnez ist das Herz das Symbol der göttlichen Wahrheit, s. Barzilai Commentar zum ס׳ יצירה p. 66.) 4. Wie wir in den ersten zwei Beweisen für das Dasein Gottes Beziehungen zwischen den Agadisten und den Apologeten der Kirche erwiesen haben, können wir dieses Verhältnis auch beim dritten Beweis erkennen, Die Kirchenväter kannten nämlich vier Beweise für das Dasein Gottes (s. Endert, der Gottesbeweis bei den Kirchenvätern p. 26). Der teleologische und der kosmologische Beweis, ,wurden bereits im rabbinischen Schrifttum nachgewiesen. Der psychologische Beweis wird von Theophilus• etwa wie folgt cargestellt: ״Denn gleichwie die Seele im Menschen nicht gesehen, da sie für den Menschen unsichtbar ist, aber doch aus der Bewegiing des Lebens wahrgenommen wird, so verhält es sich auch mit der Unmöglichkeit, Gott mit menschlichen Augen zu schauen; er wird aber an seiner Vorsehung und seinen Werken erkannt.“ (I. 5.) Wie die Seele, obwohl unsichtbar, bewegt und belebt den Mensehen, so beherrscht Gott, einer Weltseele gleich, das ganze Weltall. obwohl man ihn nicht schauen kann. Die Idee kommt wieder in einem Dialoge des R. Gamaliel II zum Ausdruck. Wo ist dein Gott? fragte ein Mann den Patriarchen. R. G.: Ich weiß es wirklich nicht. M.: So ist es also mit deiner Weisheit bestellt? Du betest täglich zu deinem Gott, und du weißt gar nicht wo Er ist? R. G.: Du fragst mich über etwas, das in einer Entfernung von 3500 Jahren von mir ist, ich will dich aber über etwas befragen, das beständig, Tag und Nacht, bei dir weilt, und du wirst mir den Ort derselben Sache nicht angeben können! M.: Was meinst du eigentlich? R. G.: Ich spreche von deiner Seele. Wo ist deine Seele? M.: Ich weiß es nicht! R. G.: Du kennst nicht den Ort deiner eigenen Seele, und verlangst zu wissen, wo Gott ist, der im siebenten Himmel wohnt? M.: Wäre es nicht besser, die Werke