Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 168 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Erzi eh ungsf ragen 168 Persönlichen und Unterdrückung des Individuellen lediglich Söhne des Volkes heranbilden will. Sie will gesunde Menschen, die als Einzelwesen wie als Glieder der Gemeinschaft wertvoll sind, entwicklen. Das חנוך לנער ע״פ דרכו bedeutet nicht, jeden zu einem von jeder Verpflichtung gegen die Gesamtheit losgelösten Individualismus aufzuziehen und einen uneingeschränkten Einzigkeits- Standpunkt zuzulassen; nur darin besteht die Konzession an den Individualismus, daß die Erweckung der Seele zur Liebe und Treue gegen das jüdische Volk und seinen geistigen Besitz nach der besonderen Veranlagung des Kindes zu geschehen hat. Das Ziel der Erziehung aber ist in großen Zügen vorgezeichnet und allgemeingültig: jüdische Gläubigkeit, jüdisches Wissen und Denken, wie sie unsere ewige Aufgabe und die Geschichte uns aufgeprägt haben. Nur dazu ist der Pädagoge verpflichtet, die Wesensart des Kindes zu ergründen und auf dem geeigneten Weg dem Gesamtheitsideal zuzuführen. Für den weitschauenden Beobachter ist dann das Streben nach persönlicher Eigenart und Teilnahme am Leben einer Gruppe kein absoluter Gegensatz. Ja, letzthin besteht zwischen beiden das Verhältnis der Reziprozität: wahres Verständnis wird‘ vom Volksleben und religiöser Lebensführung, im Einklang mit der Gesamtheit, den Weg zum Individuellen erkennen und individuelle Veredlung und Vervollkommnung sind die Voraus- Setzung für erfolgreiche Teilnahme aus schöpferischen Gestalten eines Verbandes, insbesondere für die Führerrolle. So ist auch hier in der Differenzierung eine Integrierung einbeschlossen, so wie es uns Spencer gelehrt hat. Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. Von Dr. Marmorstein, London. 1. Das Dasein Gottes. (Schluß.) In den rabbinischen Dialogen hören wir die Frage vom Kaiser, der R. G a m a 1 i e I befragt: Warum zeigt sich denn dein Gott nicht ein- oder zweimal im Jahre? (s. oben). R. G. fertigt den Mann ganz kurz ab: Es ist unmöglich. R. Joshua ben Cha-