Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Erzieh ungsf ragen 166 rer und Vater, die bisher beide mehr an Würde und andere minderwertige Güter gedacht haben, und erkennen die große Pflicht der Arbeitsgemeinschaft für das Kind, in dessen Dienst doch beide stehen aus Neigung und Beruf. Nachwort. Ich schließe hiermit die ״Erziehungsfragen“ ab. Nur einige Probleme habe ich aus dem großen Komplex der Erziehungs- Probleme herausgegriffen und konnte auch diese nicht erschöpfend behandeln. Das trat insbesondere im ״Sexualproblem“3) zutage, wo teils dem Pädagogen die Macht fehlt, das Kind ganz nach seinem Willen zu formen, teils das Problem den engen Rahmen des Erzieherischen sprengt und hinübergreift in das Gebiet der allgemeinen sozialen Probleme; wir haben es deutlich dargetan, daß an mehr als einer Stelle gerade die Erziehung zur jüdischen Sexualethik geknüpft ist an die Erfüllung gewisser Voraussetzungen: den Ausgleich der großen Unterschiede im Leben zwischen Armut und Reichtum, und haben insbesondere hervorgehoben, daß diese Besserung der Zustände an vielen Stellen unser Problem berührt: so bei der Prostitution, bei der häuslichen Verwahrlosung im Proletariat usw. Das ist aber auch nicht der Zweck meiner Arbeit. Eine Enzyklopädie der Erziehung zu schreiben, ist weder in meiner Absicht noch in meinem Können. Demi ich schreibe ja nicht als Fachmann, und was ich zu den brennenden Fragen unserer Jugender- Ziehung hinzusteuere, verdankt mindestens so viel meinen Beobachtungen und Ueberlegungen, wie literarischen Studien. Und den Anstoß zu meinen Betrachtungen gab nicht so sehr die Unzufriedenheit mit irgend einer besonderen Seite des Erziehungswesens 3) s. Jeschurun VII, 1—2.