Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 160 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Erziehungsfragen 160 herausstellen und so der Entwicklung der Kinder ein guter Dienst geleistet werden. Aber auch für das Problem der völkischen Intelligenz wird sich nur auf diesem statistischen Weg ein genaues und untrügliches Untersuchungsmaterial ergeben. — Ueber den Charakter der Schulen selbst braucht hier noch nichts ausgesagt zu werden: ob gehobener Cheder oder nach dem Typus von Gymnasium, Realschule oder Jeschiwoh, das ist eine inhaltliche Frage, und ich bezweifle sehr, daß das reorganisierte jüdische Staatswesen sich sklavisch an die Formen des europäischen oder Galuthschul- Wesens anklammern wird. Es wird eigene Typen finden, die spezifisch jüdischen Forderungen, wie sie bisher in Jeschiwoh und Cheder realisiert sind, und allgemeinen Kulturaufgaben gerecht werden. Das ist nicht gegen bestehende oder neu zu gründende Jeschiwoth gesagt. Hier handelt es sich um eine Schulgaftung, die auch' praktischen Forderungen genügt. Doch darüber später. Ein ernster Konflikt zwischen den Interessen der Gesamtheit und der Familien wird sich besonders im jüdischen Staat entwickeln. Denn der Staat muß unbedingt darauf sehen, daß ihm keine wirkliehe Intelligenz verloren geht und zwar nicht so sehr aus engherzigen Staatsinteressen als vielmehr, weil er sich der jüdischen Aufgäbe, also der Kultur und der Menschheit verpflichtet fühlt. Andererseits besteht die dringende Notwendigkeit, die vielen Ungeeigneten, die sich zu Berufen drängen, die andere Fähigkeiten erfordern, fernzuhalten. Das gilt insbesondere für die akademischen Berufe. Ich bin mir wohl bewußt, daß Zwang etwas außerordentlieh Häßliches ist, und würde es für sehr begrüßenswert erachten, wenn hier Härten durch gütliche Einigung ersetzt werden könnten. Zunächst muß wohl diese Angelegenheit im Gesetz verankert sein. Für die praktische Ausführung aber handelt es sich um die Kooperation von Schule und Haus eventuell unter Teilnahme eines psychologisch geschulten Arztes. Aus solchen wissenschaftlich gestützten Vereinbarungen zwischen Lehrern und Eltern wird allmählich eine ersprießliche Lösung des Erziehungsproblems sowohl für die Gesamtheit wie für die Einzelnen sich ergeben. Und In•