Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 157 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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157 Erziehungsfragen uns nicht ziemt, mit Feuer und Schwert einer Idee den Weg zum Sieg zu bahnen. Was für Ergebnisse hat dieser Qedankengang für unsere Erörterungen über Erziehung? Er verlangt wie wir das auch für die Hebraisierung und die Entpolitisierung gefordert haben, eine Umstellung des Willens, den Entschluß nun anders zu handeln als bisher. War es bei der Hebraisierung der Entschluß zu größerer Konsequenz und Hingabe an die Volkskultur, in der antipolitischen Betrachtung zu größerer Reinheit des jüdischen Gedankens, so ist es hier die Bereitwilligkeit zu größerer Gerechtigkeit und Befreiung von parasitenhaftem Leben. Ohne diesen Entschluß, am Anfang klar gefaßt gewillt, ihm bis in seine Konsequenzen treu zu sein, wird kein Ergebnis daraus entspringen. Aber der Entschluß wiederum ist leer, eine schöne Ges-te ohne irgend welche Segensreiche Folge für das jüdische Volk,, wenn nicht ein klar erkanntes Pflichttum, eine Summe von einzelnen Taten sich daran schließt. Dies soll nunmehr für Haus und Schule entwickelt werden. Warum bewohnen so viele Paläste und hausen die Aermsten in elenden Hütten? Ein erträgliches Opfer der Reichen, das sie ihrer Bequemlichkeit nicht entreißen würde, könnte das Unerträgiichste im Leben der Darbenden tilgen. Aber was unseren Gegenstand hier mehr angeht: es würde den furchtbaren Gegensatz zwischen den Kindern des Ueberflusses und der Armut mindern. Gebt Acht, ihr Besitzenden, daß eure Kinder nicht im Gefühl der Sättigung, der Uebersättigung aufwachsen! Laßt sie nicht früh im Gelde den Maßstab des Wertes und der Macht erkennen lernen! Wenn ihr eure Kinder wahrhaft liebt, wenn ihr ihre moralische Gesundheit höher stellt als ihre Unberührtheit von Sorge und Unbequemlichkeit, wenn ein edler Sinn euch willkommener ist als ein lüsternes Herz und Begehrlichkeit, dann laßt sie nicht in weichen Polstern, in Schwelgerei und Hochmut groß werden. Laßt sie im Unklaren über das Gold und die Aktien, die ihnen einst gehören werden. Laßt sie erst als reife Menschen erfahren, daß auch Reichtum ihnen eignet. Und verringert die Not der hungernden Kinder! Aus Menschlichkeit. Aber auch, damit euren Kindern keine Hasser