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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 153 (sequence 44)
Language
German
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153 Die Mischnah lebten ihr Eigenleben. In der Mischnah wird nicht gegen das Christentum und die Sekten polemisiert, die nach der Zerstörung erstarkten; relativ gering an Zahl sind die gegen die Sadducäer gerichteten Erörterungen, und nur ganz wenige Andeutungen kann man als Hinweise auf die Essäer erklären. Die Mischnah ist ganz, ohne Milieuwechsel, im Lande Israel entstanden, und der Duft der heimischen Fluren ist aus ihren Kolumnen nicht vergangen. Den Kennern des Landes erklärt sich viel aus der Natur des Landes. Aus der mischnaitischen Literatur ist die Ordnung des Lebens und der Geist der Epoche ganz ersichtlich. Selbstverständlich, da ja die Halachah alle Einzelheiten des Lebens umspannt. Genies, die ein Auge für die Geheimnisse vergangener Jahrhunderte haben, können in der Literatur der Tannaiten deren Zeit lebendig schauen, mit ihren Sitten und Gebräuchen, mit ihren Nöten drinnen und draußen, und wer die Mischnah mit Verständnis liest, überblickt Wesen und Leben einer langen Periode. Die Tannaiten selbst und die auf sie folgenden Amoräer hatten für die Entwicklung der Mischnah und den Wechsel in den Verordnungen geschichtliches Verständnis genug, um die Entstehung der Dinge sehr wohl zu begreifen; ausführlich behandelt sind diese Probleme deshalb nicht, weil sie jedem bekannt waren. Doch sann und forschte man z. B. über die Zeit der Abfassung einer Mischnah oder des Erlasses einer Verordnung. (״Zur Zeit Rabbis ist diese Mischnah abgefaßt“,77) ursprünglich lautete diese Mischnah: 3 Geräte dürfen am Sabbath nicht berührt werden, später hat man eins nach dem anderen erlaubt, bis es hieß: alle Geräte dürfen am Sabbath berührt werden.“78) ״Zur Zeit Nechemjas ben Chachlaja ist diese Mischnah abgefaßt. “79) ״Vor der Erlaubnis der Geräte ist der Satz vorgetragen worden.“80) ❖ 77) Baba Mezia 33 a 79) ebds. 78) Sabbath 123 b 8°) ebds.

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