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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 152 (sequence 43)
Language
German
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Die Mischnah 152 Frieden nach, liebe Deine Mitmenschen und bringe sie zur Thora.“70) ״Die Thoraweisen vermehren den Frieden in der Welt.“71) Auf dem Frieden beruht die Welt. Die Friedfertigkeit ist eins der Dinge, ״deren Zinsen Du in dieser Welt genießt, während Dir das Kapital bleibt für die künftige Welt.“72) ״Empfange jeden Menschen mit freundlicher Miene.“73) ״Elihaju kommt nur — um der Welt den Frieden zu bringen.“7־) Auch die letzte Ordnung der Mischnah schließt mit dem Worte: Schalom, Friede: ״Gott fand kein heilbringenderes Geschenk für Israel als den Frieden.“75) ln der tannaitischen Zeit klärten sich die Gedanken über das Wesen der künftigen Welt: Die Unsterblichkeit der Seele, das Erscheinen des Messias, das Jüngste Gericht, die Auferstehung der Toten, das Himmelreich. All diese Gedanken waren in früherer Zeit eins gewesen. Es gab nur eine einheitliche Vorstellung von dem ״Olam ha־Ba“ und individueller und sozialer sittlicher Welt- Ordnung. Zur Zeit der Mischnah sonderten sich die Gedanken. Im Volk gab es jetzt viele private Vorstellungen vom Messiasgedanken, deren Echo uns auch aus der Aggadah widerhallt, aber in der Mischnah hütete man sich, dergleichen zu erwähnen. Bloß die Grundgedanken wurden zu Dogmen, doch über Einzelheiten pflegte man sich nicht auszulassen. Die Aussprüche, die wir — größtenteils aus der Mischnah — aus dem Munde der Tannaiten zitiert haben, bergen mehr Lebensals Weltanschauung: ״Die Thoraworte sind spärlich an eigener und zahlreich an fremder Stelle“,76) ist eine wichtige Regel für das Verständnis der Mischnah, die von all diesen Dingen nur Bruchstücke bewahrt hat. Wenn in der Mischnah auch sehr viele Namen von Tradenten erwähnt sind, die nach der Zerstörung lebten, so ist ihre Grundfärbe doch die der jüdischen Freiheit, der Zeit, in der der Tempel noch stand. Vor wie nach der Zerstörung sind die Mischnahweisen freie Männer und ihre Schöpfung eine Schöpfung der Freiheit: keine fremden Einflüsse, kein geistiger Zwang; die jüdischen Weisen 70) Aboth 112 1ל) B’rachoth 64 a 72) Peah 11 73) Aboth 115 74) Edujoth VIII7 75) Ukzim III12 76) jer. Rosch Haschanah III5

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