Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 147 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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147 Die Mischnah Ein Fragment aus ihm sind auch die Sprüche der Väter, woraus sich ihre systematische Stellung am Ende der Ordnung N’sikin ergibt. Der Traktat Aboth ist gleichsam ein Miniaturbild der Entwicklung der ganzen Mischnah. Alle Stufen der Entwicklung hinterließen in ihm ihre Spuren. Vermutlich wurde er zunächst in der Mischnah Beth Hilleis zusammengestellt und enthielt Aussprüche der 10 ■ersten Generationen bis aut Hillel (I, 1—15,) und einnige Zahlensprüche über Derech Erez. (V, 1—27.) (Die Mischnah בעשרה מאמרות entspricht vielleicht den 10״ Geschlechtern“ des ersten Abschnitts.) Zum zweiten Mal wurde der Traktat in der Mischnah Rabbi Akibas redigiert. Hinter Hilleis Worte wurden die des Rabbi Jochanan ben Sakkai und seiner Schüler eingefügt (II 5—6); und schließlich redigierte Rabbi den heutigen Traktat Aboth, brachte die N’ssi’im am Anfang in die rechte Reihenfolge (I 16—II 2) und setzte die Sprüche der Gelehrten aus der letzten Generation hinzu. Dabei unterließ er es nicht einmal, einen Spruch des Elischa ben Abuja (Acher) zu bringen. Der Traktat Aboth ist uns ein leuchtender Spiegel für den Geist der Mischnah und der Tannaiten. Es stehen hier besonders Sprüche über das Betragen der Gelehrten im Gericht und im Unterrieht, zum Ruhm von Thora und Derech Erez, Wohltun und Moral, die der Art der Gelehrten entsprechen. Aphorismen finden sich hier, die ganze Weltanschauungssysteme umfassen. Ueberhaupt sind die ״Sprüche der Väter“ unvergleichlich tief und schön, sie sollten ein ständiger Lehrgegenstand werden, in den man sich immer und immer wieder versenkt. Eine Kette aus Perlen und Edelsteinen sind sie, die ihr Feuer durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt haben und des Beschauers harren, der ein Auge hat für ihren Glanz. 3. Die Weltanschauung der Tannaiten. Die Weltanschauung, die in der Michnah und der übrigen tannaitischen Literatur zum Ausdruck gekommen ist, ist die lautere Lehre des offenbarten Judentums. Obwohl es unter den Mischnahweisen gewisse Mystikerkreise gab und in diesen Kreisen Mischnajoth über Kosmogonie und Theosophie heimlich überliefert wurden, so gibt es