Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Mischnah 140 zusammengestellt. Manchmal finden wir auch in einer Baraitha eine vollständige Mischnah im Sinne des einen Wortführers. Die abweichende Ansicht unterbricht zuweilen in der Mischnah den Zusammenhang* und stört die richtige Reihenfolge. Der Meinung des einzelnen folgen die Worte der ״Weisen“, nämlich die Meinung der von dem ersten Wortführer abweichenden Zeitgenossen oder vielleicht die offizielle Mischnah seiner Zeit. Matte sich inzwischen die Halachah durch Senatsbeschluß oder zugleich mit der Ansicht der Häupter der Zeit geändert, so blieb doch der Wortlaut der ״Mischnah unverrückt“,27) man setzte höchstens die neue Halachah hinzu, wenn man sie nicht der Baraitha überließ. Nur selten, bei Entstellung des Sinns oder der Halachah, wurde durch die abschließende Entscheidung der Wortlaut der Mischnah verändert, doch die Redaktion des Stils erforderte sicherlich ab und zu Variierung des Ausdrucks. Im allgemeinen verhielt man sich zur Mischnah wie zu einem Werke vergangener Zeiten: die Hauptarbeit׳ blieb die Feststellung des Textes gemäß den Tradenten. Deshalb entschloß man sich zu einer Wortlautänderung nur, wenn es eine unterstützende Ueberlieferung gab, sonst ließ man ihn wie er war, obwohl man die Verderbtheit des Textes erkannte. Dann machte man den verbesserten Text zur Baraitha, wenn es nicht bereits eine solche Baraitha gab, und mündliche Ueberlieferung berichtete nun,28) daß der Wortlaut hier unvollständig wäre und die richtige Lesart in der Baraitha stände oder daß die Mischnah ergänzu'ngsbedürftig wäre, was schließlich auch Unvollständigkeit bedeutet. Die Klärung des Wortlauts der Mischnah hörte auch weiterhin nicht auf, sie bildete sogar die eigentliehe Arbeit der Generation der Amoräer. In der Mischnah finden sich zuweilen einander widersprechende ״Ss’thamoth“, hier haben wir Spuren der Entwicklung vor uns. Die ״Ss’thamoth“ stammen dann aus den Sammlungen verschiedener Tannaiten, möglichenfalls verschiedener Perioden. Einzelne wenige Michnahjoth wurden an zwei Stellen eingeordnet, auch das erklärt sich aus dem Wesen der geschilderten Entwicklung. Die eine Stelle ist hier die Hauptstelle, und für einen Sonderzweck wurde auch die andere eingefügt. 27) Chullin 116 b u. ö 28) Beza 24 a u. 0 חסורי מחסרי•