Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 139 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Die Mischnah verschiedenen Stilisierungen entschied er sich erst nach Anhörung von Ueberlieferungszeugen und nach Anfrage bei den fachkundigen Tradenten. Er legte Wert auf jeden Buchstaben (vergl. die Frage über מעברין oder 5‘־ מאברין) und ordnete in seinem Lehrhaus in Galiläa Anfragen bei den Gelehrten Judäas an, die in bezug auf den Wortlaut der Mischnah zuverlässiger waren. Zahllose Varianten im Text wurden damals entschieden. Dennoch richtete man sein Augenmerk darauf, den Namen der Autoren treu zu bewahren und jede Tradition auf einen möglichst frühen Tradenten zurückzuführen. Vermutlich entschied die Treue der Ueberlieferung mit darüber, wessen Mischnah man annahm, vielleicht wollte man auch möglichst nur ordinierte Gelehrte zitieren; allerdings wird unter den Tannaiten zwar nicht in der Mischnah, wohl aber in einer Baraitha1־) auch eine Frau, Beruriah, die Frau des Rabbi Meir, erwähnt. Beim Abschluß wurde im allgemeinen der überlieferte Wortlaut gewahrt, ohne zwingenden Grund wurd'e der Text nicht um ein Wort vermindert oder vermehrt. Besonders genau nahm man es mit dem Text der Urmischnah, bestand doch die Hauptarbeit der Tannaiten in deren Herstellung. Zuweilen vermag uns die Anordnung der Mischnah die ganze Entwicklung vor Augen zu führen. Nach der Urmischnah wurden die Kontroversen der Tannaiten geordnet, und zwar die früheren vor den späteren, soweit es sich um Zusätze zu einer älteren Mischnah handelte. Da es kein Ansehen der Person in der Thora gibt, konnten auch die Schüler ihren Lehrern gegenüber gestellt werden. Den Anfang bildet die die herrschende Ansicht vertretende ״Ss’tham Mischnah“, nämlich entweder die Urmischnah oder die offizielle Mischnah des Senats irgendeiner Epoche oder die durch Senatsbeschluß dazu erhobene, und die Privatmeinungen folgen nach. Zuweilen gibt die Ss’tham- Mischnah die Ansicht des einen Wortführers wieder, und es folgt die in Einzelheiten abweichende andere Ansicht. Bezog sich die Kontroverse nur auf eine Einzelheit, so wurde sie zur besonder enMischnah 25) Erubin 53 a 26) Thossiftha Kelim B. M. II