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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 138 (sequence 29)
Language
German
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Die Mischnah 138 Zuweilen gibt die Mischnah aber gerade nicht die Auffassung Rabbis und seiner Zeit wieder. Ferner entspricht sie oft der Meinung der Gelehrten des Senats und widerspricht der Meinung Rabbis. Denn es gab im Senat kein Ansehen der Person, und es konnte sehr wohl Rabbis Ansicht in die Baraitha verwiesen werden, vor der in die Mischnah aufgenommenen widerstreitenden.24) Die Verdienste des Senates sind groß, aber ebenso groß, wenn nicht größer, sind Rabbis Verdienste, und mit Recht darf der Ab- Schluß als sein Werk bezeichnet werden. Dank seiner Arbeit trägt die Mischnah einen einheitlichen Charakter, obwohl sie das Ergebnis einer langen Entwicklung ist. Entscheidung und Redaktion sind zu trennen: Die Entscheidung ist des Senats, die Redakt i o n Rabbis Werk. In der Mischnah heißt Rabbi Jehuda Hanassi ״Rabbi“, wie jeder Nassi zu Lebzeiten in seiner Mischnah hieß. Aber weil die Mischnah zu Lebzeiten des Nassi Rabbi Jehuda abgeschlossen wurde, und kein späterer mehr sie erweiterte, ist in unserer Mischnah die Be- Zeichnung Rabbi stehen geblieben, und er wurde so zum ״Rabbi“ für alle Geschlechter. Man bezeichnete ihn nach seinem Tode auch als ״unseren heiligen Lehrer רבנו הקדוש)״) Unserer Mischnah diente als Grundstock die Sammlung Rabbi Meirs, der der letzte Chacham des Senats vor Rabbis Zeit und als solcher dessen Lehrer gewesen war. Sie war die offizielle Mischnah des Senats geworden. So erklärt sich die erwähnte Regel: ״eine anonyme Mischnah rührt von Rabbi Meir her“. Doch finden sich von dieser Regel zahlreiche Ausnahmen. Zuweilen gibt der erste Teil einer Mischnah die Ansicht eines anderen Tannaiten wieder als der zweite; denn man zerlegte die Mischnah in ihre Einzelheiten und schloß sich dann in der einen Einzelheit einem anderen Gelehrten an als in der anderen, unter Fortlassung von beider Namen. Zunächst ging man an die Reinigung des Textes und die Her- Stellung einer richtigen Reihenfolge. Rabbi hatte es stets mit dem Text peinlich genau genommen und daher bisweilen von einer Rezension auf die andere den Ausdruck geändert. Für eine von zwei 24) K’thuboth 93 a

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