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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 136 (sequence 27)
Language
German
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Die Mischnah 136 Weisen Israels strömten in das Lehrhaus, dem der Nassi präsidierte. Einen besonderen Aufschwung nahm das geistige Leben, das zum Abschluß der überlieferten Lehre tendierte, als nun noch eine Schar babylonischer Gelehrter, an ihrer Spitze der bedeutende Rabbi Chija, nach Judäa kamen und aus Babel eine Menge alten und neuen mischnaitischen Stoffes und dazu eine scharfe Lehrmethode mitbrachten. Es vereinten sich nun alle Gelehrten im Lehrhaus, das sich damals in Galiläa und zwar zuerst in Beth Sch’arim, später in Sepphoris befand. Hier war das Zentrum der Lehre, ja des ganzen Judentums, und die Stunde war wie keine zweite geeignet für das gewaltige Werk des Abschlusses der Mischnah. Wer scharfe Augen hatte, konnte wohl sehen, daß die Zeit sogar drängte, konnte erkennen, daß der Friede und der geistige Reichtum nur von kurzer Dauer sein würden, denn die Gnade des Kaisers reichte nicht einmal bis an die Gewalthaber in Erez Israel, und das Land lag darnieder. Rabbi war es, der damals sprach: ״Unsere Väter könnten sprechen, sie hätten das Glück gesehen und vergessen, w i r — haben es nicht einmal mit Augen gesehen“.23) Die Zerstreuung nahm überhand., und für ein verstreutes Volk hätte es eine Gefahr bedeutet, als Lehre seines Lebens nur die unklare, nicht geschlossene Mischnah-Rezension zu besitzen. Obwohl das Siegel der großen Persönlichkeit Rabbis der Mischnah aufgedrückt ist, so ist sie doch nicht allein das Werk eines einzelnen, sondern das des großen Senates, den der Patriarch berief und dem alle Autoritäten der Zeit, um nicht zu sagen, alle Gelehrten Israels, angehörten. Es war dies die abschließende Senats-Session. Jeder Gelehrte brachte seine Ueberlieferung und die seinem System entsprechenden Ueberlieferungsgründe mit, und jeder war auf dem Schlachtfeld der Thora kampferprobt; der überragende Geist des Nassi aber einte sie zu gemeinsamem Werk. Der abschließende Senat erhob d i e Meinung aus einer Kontraverse, die seinen Beifall fand, zur ״Ss’tham Mischnah“ und zitierte den Namen ihres Vertreters nicht weiter. Darin lag die eigentliehe entscheidende Arbeit des abschließenden Senates. Er 23) N’darim 50 b

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