Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 132 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2292996-2292999--04090-2297372
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Mischnah 132 Mit dem Nachlassen der Leidenslasten konnte allmählich die alte Ordnung wieder hergestellt werden. Als Nassi präsidierte dem Senat Rabban Simon ben Qamaliel III., der der Verfolgung entrönnen war. Die Gelehrten kehrten aus dem Ausland oder dem Versteck zu ihrer alten Tätigkeit zurück, doch kamen z. B. die bedeutendsten Schüler Rabbi Jischmaels nicht wieder. Die Geschäftsordnung im Senat und das Leben im Lehrhaus wurde wieder das alte. Die Großen dieser Zeit waren hauptsächlich Schüler Rabbi Akibas, sie alle lehrten 1m Sinne ihres Meisters, und die Entwichlung der Mischnahsammlungen erstarkte wieder. Sie trugen die Mischnah Rabbi Akibas vor, und nun entstanden auch in ihr dieferierende Lesarten, neue Zweifel und ungeahnte Erklärungen. Rabbi Jehuda ben Ilaj und Rabbi Simon ben Jochai lehrten jeder im eigenen Lehrhaus und trugen dort eigene Mischnahsammlungen vor; Rabbi Jehuda insbesondere erklärte die Worte der Mischnah und erhielt altertümliche Reste sogar aus der Mischnah Beth Schammais. Auch Baraitha-Sammlungen wurden damals redigiert. Rabbi Nechemja, ein anderer Schüler Rabbi Akibas, redigierte die ״Thossiftha4‘, d. h. eine Sammlung von Zusätzen zur Mischnah, die sich in den nächsten Generationen weiter entwickelte. Rabbi Nathan der Babylonier hatte aus Babylon viele Mischnajoth mitgebracht und befruchtete nun die Thora mannigfach. ״Die Mischnah-Sammlung des Rabbi Nathan44 (15(משנת רבי נתן), die auch babylonische Traditionen enthielt, stand in hohen Ehren. Vielleicht lassen sich erhebliche Reste dieser Sammlung aus unserer Mischnah herauslösen. Rabbi Nathan als Ab-Beth-Din und Rabbi Meir als Chacham-Beth-ha-Waad beinflußten anscheinend die Mischnah des Senats stark. Vermutlich hatte Rabbi Meir als Chacham den amtlichen Text der Mischnah festzulegen und reinigte und klärte aus diesem Anlaß die Mischnah Rabbi Akibas. Demnach muß er es gewesen sein, der zum letzten Mal vor dem Abschluß die Mischnah des Senats redigiert hat, sein Text diente dem Abschluß zur Grundlage, und man sagte, jede anonyme Mischnah habe Rabbi Meir zum Autor, d. h. wenn ein anderer Autor nicht genannt ist. 15) K’thuboth 93 a

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.