Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 128 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Mischnah 128 Vielleicht trat man damals auch der Verbreitung und öffentliehen Lehre der Mystik entgegen. Ein Beschluß des Senats zu Jabneh wird auch die Ursache für den Untergang der hebräischen Originale der Apokryphen und de** pseudo-epigraphischen Literatur geworden sein.4) In Jabneh wurde das Stammgebet (18־Gebet), dessen Entwicklung schon zur Zeit der Ssofrim begonnen hatte, endgültig geordnet. Außer der Mischnah beschäftigten auch die übrigen Gebiete der mündlichen Lehre die Autoritäten der Zeit. Wie bereits erwähnt, differierten die Systeme Rabbi Akibas und Rabbi Jischmaels besonders im halachischen Midrasch. Der Midrasch ist die Werkstatt der Halachah, aus ihm ging sie hervor, an ihn wandten sich die Tannaiten zur Beschaffung ihres Rüstzeuges, und aus seinen Arsenalen holten sie ihre Waffen für den halachischen Kampf. Gewiß stammte der halachische Midrach aus uralter Quelle, und zweifellos sind uns auch midraschische Deutungen aus der Zeit der Ssofrim erhalten, aus denen die Halachah hervorgegangen war, doch tannaitisch und zwar aus dieser Generation stammend sind zumeist die Midraschim, die den Zweck verfolgen, die Ableitung eines bereits bekannten, in der Mischnah vorgetragenen Rechtsatzes aus der Schrift zu zeigen und’ eine Andeutung oder Stütze für ihn im Vers zu suchen. Aus den Versen und Midraschim erklärte jeder Tannait sein System. In den Lehrhäusern Rabbi Akibas und Rabbi Jischmaels entstanden dabei Sammlungen von Midraschim, deren uns erhaltene Reste vom Geist ihrer Führer zeugen. Die wenigen midraschischen Deutungen, die sich in unserer Mischnah finden, werden aus diesem Sammlungen und umgekehrt die in diesen Sammlungen zitierten lialachoth aus den Mischnahsammlungen stammen. Der Midrasch ist zu jener Zeit ein Bestandteil des halachischen Lehrgebäudes, und sein Zweck ist die Basierung und Erläuterung der Halachoth. Bei der endgültigen Entscheidung in Jabneh und der darauf folgenden Redaktion der Mischnah Rabbi Akibas blieben zahlreiche Mischnajoth unberücksichtigt, vollständige Sammlungen oder ein- 4) vgl. SSanhedrin X 1