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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 115 (sequence 6)
Language
German
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115 Die göttliche Gerechtigkeit verständlich. Es würde ja, wenn er für sein Leid eine Erklärung wüßte, wiederum die unbedingte Hingabe an den liebenden Gott, die gefordert wird, hinfällig werden. Dies ist der Gang des Buches Hiob. Zwischen dem Ende der Reden Hiobs und dem Erscheinen Gottes tritt Elihu auf, der seinerseits eine Lösung zu geben vermeint. Sie gipfelt in der Steile 33,16 bis 25, in der die Leiden des Frommen als Bewährungsleiden hingestellt werden. Die rechte Frömmigkeit kann sich erst im Leiden kundgeben, denn da hat sie einen schweren Kampf zu bestehen. Der Gedankengang des Psalms 73 ist der folgende: Bevor der Psalmist die Qualen schildert, die er durch seinen Zweifel erlitten, stellt er an die Spitze des Psalms das Ergebnis, zu dem er gelangt ist. Ja, gütig ist Gott gegen die, die lauteren Herzens sind (1). Um ein weniges freilich hätte er an Gattes Gerechtigkeit und Güte verzweifelt, wenn er das Glück *der Frevler mit ansah. Die haben nie Krankheiten zu erdulden, sie strotzen vor Kraft (1—4). Sie haben sich nicht um ihr täglich Brot zu quälen und werden nicht von Schicksalsschlägen heimgesucht, wie andere Menschen (5). Daher wissen sie sich vor Hochmut nicht zu lassen (6—7). Statt nun für sich zu bleiben, höhnen sie diejenigen, die noch Gott anhängen (8), indem sie gegen Gott ihre Stimmen richten, und überall ihre frechen Reden führen (9). Dadurch ist es mit den Frommen soweit gekommen, sie sind von Zweifeln erfüllt (10). Sie sagen, unmöglich könne Gott von diesem Tun wissen (11). Sonst könnte es doch den Frevlern nicht so gut gehen. Ganz umsonst hat er sich im Dienste Gottes von früh bis Abend geplagt (13—14). Freilieh ist dieser Gedanke, daß er Gott nur um des Lohnes willen gedient und’ nun, da der Lohn ausbleibt dies bereut, ein Verrat an seinem Volke und Glauben (15). Aber die Lösung kann er nicht finden (16). Bis er endlich in das Geheimnis Gottes eindrang, indem er auf das Ende der Frevler achtet (17). Ihr Glück ist alle Augenblick in Gefahr, urplötzlich hat es mit ihm ein Ende (18). Und wenn sie zu Grunde gegangen, so ist es, als wären sie nie gewesen (19). Soweit der Nachweis, daß die Frevler in Wahrheit nicht glücklich sind. Aber auch das ist ein Irrtum, daß der Gerechte in Wahrheit unglücklich ist. Das höchste Glück, das es auf Erden

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