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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 113 (sequence 4)
Language
German
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113 Die göttliche Gerechtigkeit Und da nun der Ankläger wiederum vor Gott erscheint und er zur Anerkennung dieser echten Frömmigkeit sich bequemen soll, da hat er nur das höhnende Wort עור בעד ערר♦ Hiob hat ia sein liebes Leben, das ist ihm teurer als Habe und Kinder, die Probe war nicht die schwerste. Da wird ihm Hiob von Gott völlig in die Hand gegeben, nur sein Leben solle er schonen. Und er schlägt ihn* mit der furchtbarsten Krankheit vom Scheitel bis zur Sohle. Aber da nun auch Hiobs Weib ihn höhnt, wie er in der Asche liegt und seine Wunden schabt: Du bleibst noch immer der fromme Narr, lästere doch Gott und kostete es Dir das Leben! da antwortet Hiob: Wie eine Niederträchtige redest Du; das Gute sollen wir von Gott wohl nehmen, das Schlimme aber nicht?! Drei Feunde Hiobs kommen, ihm ihr Beileid zu bezeugen. Gereizt von den Klagen Hiobs deuten sie, allerdings zuerst nur in rein theoretischen allgemein-gehaltenen Reden an, daß sie Hiobs Leid und Unglück für ein verschuldetes halten. In einem dreifachen Zyklus von Wechselreden Kap. 4 bis 28 wird nun der Kampf zwischen Hiob und den Freunden ausgefochten. Die Freunde vertreten die Vergeltungslehre 5,6 f. Der Mensch schafft sich selbst sein Schicksal und 4,7: ist ein Unschuldiger je zu Grunde gegangen? Auch Hiob kann keine Ausnahme von der Regel machen, er ist also schuldig. Am Anfang in bloßen Andeutungen sich ergehend steigern sie die Beschuldigung zu krasser, völlig sinnloser Verleumdung. Hiob im Gefühl seiner Unschuld, nun auch von den Freunden verraten und verkauft, schleudert wutentbrannt Anklagen gegen seine Freunde, ja auch gegen Gott, dann versinkt er wieder voller Verzweiflung in wehmütige Trauer, in der er nur um Erlösung bittet von seinen Leiden. Doch je schroffer die Freunde werden ,desto mehr findet er sein besseres Selbst. Er fühlt, daß Gott selbst für ihn eintreten wird 16,19: Ja, im Himmel ist mein Zeuge, in den Höhen mein Gewährsmann; und 17,3: O trete Du (sc. Gott) doch ein, bürge Du für mich! wer sonst könnte für mich den Handschlag leisten?! Und dies Gefühl wird zur Gewißheit in 19,25—27. Ich aber weiß, daß mein Erlöser lebt . . . und ledig meines Fleisches werde ich Gott schauen; ich werde ihn schauen mir zum Heil; ja meine Augen sehen ihn und nicht als Gegner;

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