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Jeschurun · 1920-03-01 · Heft 3-4 (März 1920) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 3-4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 112 (sequence 3)
Language
German
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Die göttliche Gerechtigkeit 112 den sein eigenes und das Schicksal seines Volkes mehr als manmanchen anderen vor diese Frage stellte. Er hat das Problem auch besonders scharf gefaßt. Er fragt — freilich wie wir später sehen werden übertreibend — מדוע דרך רשעים צלחה שלו כל בגדי בגד: Warum ist die Bahn der Frevler von Glück begünstigt, warum bleiben alle Treulosen wohlbehalten? Es wären Einzelfälle einer scheinbar ungerechten Vergeltungsart vielleicht einzuordnen in unsere religiöse Anschauung. Aber daß der Weltenlauf als Ganzes sich uns so darstellt daß wir allgemein und ausnahmslos diese widerspruchsvolle Verteilung von Lohn und Strafe sehen, das bleibt unbegreiflich. Aber auch Jirmijahu berührt die Frage nur; eingehender erörtert wird sie an zwei Stellen, in Psalm 73 und im Buche Hiob. Es ist nötig, damit wir die verschiedenen Antworten, die hier gegeben werden, deutlich herausheben können, den Inhalt des Buches Hiob und des Psalms 73 kurz zu skizzieren: Hiob wird geschildert als schlicht und gerade, gottesfürchtig und fern von allem Bösen, der trotz seines gewaltigen Reichtums und seines großen Glückes sich nie überhebt vielmehr ängstlich darauf bedacht ist, selbst nur etwa mögliche Vergehen seiner Kinder zu sühnen. Da erscheint unter den Engeln im Himmel einmal der Ankläger, und Gott fragt ihn, ob er wohl auch seinen Knecht Hiob beachtet, daß es keinen gebe, der ihm in der Gottesfurcht gleiche. Und der Ankläger spricht: Fürchtet Hiob denn Gott ohne Entgelt? Hast Du nicht ihn, seine Familie und seine Habe beschützt und all seiner Hände Werk gesegnet? Doch strecke nur Deine Hand aus und rühre an das, was er besitzt, ob er nicht Dir ins Angesicht seine Lästerung schleudert. Da gibt Gott Hiob dem Ankläger in die Hand, er dürfe ihm alles nehmen, nur seine Person solle er verschonen. Und das Unglück bricht über Hiob herein. Schlag auf Schlag trifft sein Vermögen und da er völlig bar dasteht, da kommt die Nachricht, daß bei einem Freudenfest alle seine Kinder in einem Sturme unter den Trümmern ihres Hauses begraben worden. Aber Hiob spricht: Nackt kam ich aus dem Leibe meiner Mutter, so mag ich nackt wieder heimkehren; der Herr hat gegeben, deT Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.

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