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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 104 (sequence 104)
Language
German
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ff 104 Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. Vater? Geh deines Weges. Da kam ein Hund und biß den Knaben! Dasselbe war mit Israel der Fall. Gott beschützte und beschirmte das Volk, erlöste es aus Aegypten, gab ihm Manna und Wachteln, und es fragt: Gibt es einen Gott in unserer Mitte? (Exod. 17,1). Da sandte Gott Amalek! (Pes. R. p. 21 B. Exod, r. 20 anonym. [Pirke de R. El. c. 41, verschieden, Pes. r. c. 13, wo R. Berechja als Autor angegeben ist). Israel ist wie der törichte Knabe, der auf den Schultern des Vaters sitzend, das Dasein seines Vaters leugnet oder bezweifelt. Ein anderer, ebenfalls ganz bedeutender Apologet des Judentums, R. I s a a c, variiert den teleologischen Gottesbeweis folgendermaßen. Ein Pilger sieht auf seiner Wanderfahrt von Ort zu Ort, einen Turm, der in Flammen steht. Der Pilger fragt ganz erstaunt: Hat dieser Turm gar keinen Eigentümer?׳ Da erscheint der Herr des Turmes, und sagt: Ich bin der Besitzer. Das war Abrahams Erfahrung. Er sah eine Welt in Flammen, eine Welt außer Rand und Band, verzehrt von der Glut der Leidenschaft und des Haßes, da fragt er auch: Hat diese Welt keinen Herrn? Da erschien ihm der Herr, und sagte: Ich bin der Herr der Welt Gen. r. 39,1). Ein ganz ähnlicher Beweis wird in den Clementinen(Röm.I. 18) gegeben. Tausende Uebel, heißt es dort, füllen die Welt, w i e Rauch ein brennendes Haus umgibt, und den Ausblick der Leute verdunkelt, die die Welt bevölkern, und verhindern sie, ihre Augen zum Himmel zu erheben und Gott zu erkennen (vergl. auch Saadyas Amunot I. 10). Ein anonymer Prediger im Midrasch vergleicht Pharao, der Gottes Dasein in Abrede gestellt hatte, mit einem Hirten, der ein Schaf gestohlen hat. Der untreue Hirt leugnet zuerst den Diebstahl, bis der Besitzer ihn zum Bekenr!en brachte. Er entzieht ihm Nahrung und Trank. Kein Erfolg. Da raubt der Besitzer den Sohn des Diebes, und er bekennt seine Tat. Ebenso lassen «Ue neun Plagen den Pharao hart und kalt, erst durch die letzte Plage wird er zur Erkenntnis Gottes gebracht (Exod. r. 20?1). Der Agadist will sagen, daß Gott sich den Ungläubigen, nicht nur durch Gnadentaten und Wunder, sondern auch durch Strafe und Härte zu erkennen gibt.

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