Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. Symbol der Welt sah. Es ist wohl zu beachten, daß diese Vor- Stellung bei den Hellenisten häufig anzutreffen ist. Wir erwähnen nur Ps. Aristeas (vergl. MGWJ. VII, 288. Das Schiff nimmt seinen richtigen Lauf, wenn der Steuermann weiß, nach welchem Ziele er es richten soll, Philo (I p, 373), Mark Aurel (de rebus III, 3, vergl. Lardner, works VII, p. 400), das IV. Makkabäerbuch (c. 8) und die Weisheit Salomons (v. 10). In diesem Zusammenhänge dürfte auch erwähnt werden, daß das Leben bildlich als ein Schiff dargestellt wird. So in dem bekannten Trostspruche, den die Weisen Israels an die römische Matrona gerichtet haben: Schade um das Schiff, das dahingegangen ist ohne den Tribut zu zahlen, d. h. wie bedauernswert der Heimgegangene, daß er aus dem Leben geschieden ist, ohne in den Bund Abrahams aulgenommen worden zu sein! (vergl.Deut. r. 2,15). R. Levi vergleicht Geburt und Tod mit der Abfahrt und Ankunft zweier Schffe (Eccl. r. 6,6, 7,7, Exod. r. 48,1, vergl. auch Legge, Rivals and Forerunners of Christianity I. p. 136). Das Bild war auch auf römischen Grabinschriften üblich (vergl. L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms, IV, 12). Es lag nahe, daß Schriftgelehrte, die große Seereisen unternahmen, oder den Weltverkehr im Mittelländischen Meere beobachteten, in ihren agadischen Vorträgen das Bild des Schiffes benützten, zumal der Gedanke in den Worten der Sprüche (30,19) enthalten ist. (Vergl. Weinstein, zur Genesis der Ag. II. p. 16. Auch die Völker der Welt werden unter dem Bilde des Schiffes gedacht, so R. I s a a c, Gen. r. 83, 1. Exod. r. 37,1, der Mensch unter dem Bilde des Schiffes in der inittelalterl. jüd. Literatur s. HB. XIII. 9. XIII. 30.) Einen andern teleologischen Beweis haben wir in einem Dialog zwischen R. Akiba und einem Min. Dieser fragt: Wer hat die Welt erschaffen? R. A.: Gott! Min.: Beweise es (דראני דבר ברור)! R. A.: Komme morgen. Der Min. erschien am nächsten Tage und R. A. sagte zu ihm: Was hast du auf deinem Körper? M.: Ein Kleid. R. A.: Wer machte es? M.: Der Weber. R. A.: Beweise es, sonst glaube ich es nicht. M.: Wie kann ich es beweisen, weißt du denn nicht, daß der Weber Kleider verfertigt? R. A.: Und weißt du denn nicht, daß Gott die Welt erschaffen hat? Der Mim